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06:45 15 Oktober 2019
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    Jerome Boateng auf der Kinder-Schokolade

    Fußballwelt schockiert: „Nationalkicker ja, Nachbar nein“ - AfD-Vize über Boateng

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Euro-2016 in Frankreich (135)
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    Als Fußballspieler ist Nationalkicker Jérôme Boateng ja wirklich gut, aber als Nachbarn möchte ihn dann doch nicht jeder haben, wie AfD-Vize Alexander Gauland die Meinung seiner Partei-Anhänger wiedergab. Der DFB-Präsident Grindel reagiert empört.

    Jérôme Boateng war in Berlin als Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren worden. Als Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft wird er sehr geschätzt, wie Gauland gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte. Das heiße jedoch nicht automatisch, dass er nicht als fremd empfunden werde. „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben", so Gauland. 

    DFB-Präsident Reinhard Grindel bezeichnete Gaulands Äußerung als „einfach geschmacklos". Boatengs Beliebtheit als auch die der gesamten National-Elf dürften nicht für „politische Parolen“ missbraucht werden. Boateng sei „ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist" und die deutsche Nationalmannschaft werde geliebt „weil sie so ist, wie sie ist“.

    Oliver Bierhoff, Team-Manager der National-Elf, zeigte sich dagegen eher genervt. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine", so Bierhoff gegenüber der F.A.S..

    CDU-Vize Julia Klöckner und auch Justizminister Heiko Maas kritisierten die Aussage aus der AfD-Leitung:

    Und selbst AfD-Vorsitzende Frauke Petry mischte sich, die Wogen glättend, in die Debatte ein: 

    ​Kurz vor Start der EURO 2016 in Paris bekommen deutsche Nationalkicker jedoch nicht zum ersten Mal Probleme wegen des Migrationshintergrundes ihrer Eltern. Der Süßwarenkonzern Ferrero hat anlässlich der bevorstehenden Fußball-EM 2016 jüngst eine Sonderedition seiner Kinder-Schokoriegel auf den Markt gebracht: Auf der Verpackung sind Kinderbilder der deutschen Nationalspieler abgedruckt. Daraufhin empörten sich Anhänger einer Pegida-Ortsgruppe am Bodensee via Facebook, weil auch „nichtdeutsche“ Spieler abgebildet wurden, wie deutsche Medien berichteten.

    Auf den thematischen Verpackungen der beliebten Schokoriegel sind neben den Kinderbildern von Mario Götze, André Schürrle und Christof Kramer auch die von Ilkay Gündogan, dessen Eltern aus der Türkei stammen, und eben auch Jérôme Boateng zu sehen.

    Eine Reaktion seitens des Süßwarenherstellers Ferrero auf den Pegida-Post ließ nicht lange auf sich warten: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities", schrieb der italienische Süßwarenkonzern auf Facebook.

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    Themen:
    Euro-2016 in Frankreich (135)
    Tags:
    Fußball-EM 2016, Partei Alternative für Deutschland (AfD), PEGIDA, Frauke Petry, Heiko Maas, Alexander Gauland, Deutschland