23:38 23 August 2017
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    Migranten auf der griechischen Insel Lesbos

    Italien schlägt Alarm und verstärkt Jagd auf Schlepper

    © AP Photo/ Sergey Ponomarev/The New York Times/Columbia University
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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Die italienische Polizei und Finanzgarde haben in Sizilien 16 weitere mutmaßliche Organisatoren von illegalen Migrantenüberfahrten aus Afrika nach Europa über das Mittelmeer festgenommen, meldeten Vertreter der Sicherheitskräfte am Dienstag.

    Die Einzelheiten des Polizeieinsatzes wird Catanias Staatsanwaltschaft noch bekanntgeben, aber bereits jetzt ist es klar, dass es sich um die Organisatoren des Transports von 884 Flüchtlingen handelt, die am vergangenen Samstag in der Straße von Sizilien gerettet  wurden. Die Mitglieder der Verbrecherorganisation, die Migranten nach Europa schleusen, wurden dank den Aussagen der auf dem Meer geretteten Flüchtlinge festgestellt. Alle Festgenommenen wurden wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung angeklagt.

    Wie zuvor berichtet worden war, waren am Samstag im sizilischen Hafen Pozzallo ein Sudanese und am Montag in Palermo und Reggio Calabria vier Afrikaner festgesetzt worden, die mit Schlepperbooten Flüchtlinge aus Libyen nach Italien brachten.

    Am vergangenen Wochenende wurden die geretteten Flüchtlinge von Aktivisten humanitärer Organisationen und Vertretern der Verwaltung des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen befragt. Die Flüchtlinge sprachen von womöglich 700 Menschen, die von Mittwoch bis Freitag bei Schiffbrüchen in der Straße von Sizilien ihren Tod gefunden haben. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden in der vergangenen Woche in diesem Teil des Mittelmeeres etwa 15.000 Menschen gerettet. Dabei wurden die Leichen von 65 Menschen geborgen, darunter von drei Babys im Alter von einem halben Jahr bis zu zwei Jahren.

    Am Montag erklärte der italienische Premier Matteo Renzi in einer Informationsmeldung für die Mitglieder der demokratischen Regierungspartei, dass es auf dem Mittelmeer „eine große humanitäre Krise gibt“, er jedoch keine Gefahr der „Invasion“ von Migranten nach Europa sehe.

    „Wir retten möglichst viele Menschenleben und wissen dabei, dass es keine Invasion gibt: Die Zahlen bleiben mehr oder weniger konstant“, betonte Renzi. Zudem bezeichnete er das Verhalten derjenigen als „armselig“, „die schreien und jammern“ sowie über Medien vom „Kollaps des Systems, Ausnahmezustand und der Invasion“ sprechen.

    Europa erlebt gegenwärtig die schlimmste Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, die hauptsächlich durch mehrere bewaffnete Konflikte und Wirtschaftsprobleme in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas ausgelöst wurde. Nach Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sollen im Jahr 2015 etwa 1,8 Millionen Flüchtlinge nach Europa gekommen sein. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) meldete im Mai, dass seit Anfang 2016 mehr als 194.000 Menschen in Europa eingetroffen seien.

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1281)
    Tags:
    Flüchtingskrise, Migration, Internationale Migrationsorganisation (IOM), Frontex, IOM, UN-Flüchtlingskommissariat, Matteo Renzi, Sizilien, Mittelmeer, Italien
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