14:47 18 August 2017
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    Frauen mit Hidschab

    EU-Gerichtshof befindet Kopftuchverbot am Arbeitsplatz für begründet

    © AFP 2017/ Yasser Al-Zayyat
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    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat das Kopftuchverbot am Arbeitsplatz für zulässig befunden. Das geht aus einem Gutachten der höchsten richterlichen Instanz der EU hervor.

    Wie Generalanwältin Juliane Kokott vor dem Gerichtshof der EU sagte, kann ein Arbeitgeber seinen Angestellten das Tragen eines Kopftuches verbieten, wenn es als religiöses Zeichen verwendet wird. Es sei legitim, wenn Arbeitgeber in ihren Betrieben eine „religiöse und weltanschauliche Neutralität“ durchsetzen wollen, so Kokott. Ihr zufolge liegt keine unmittelbare Diskriminierung wegen der Religion vor, wenn einer Arbeitnehmerin muslimischen Glaubens verboten wird, am Arbeitsplatz ein islamisches Kopftuch zu tragen.

    Hintergrund der Stellungnahme ist der Fall einer Rezeptionistin, die in einer Sicherheitsfirma in Belgien gearbeitet hatte. Der Frau wurde gekündigt, weil sie nach drei Jahren im Betrieb mit einem islamischen Kopftuch zur Arbeit kommen wollte. Die Muslimin klagte daraufhin erfolglos auf Schadenersatz. Der Fall kam zum EuGH in Luxemburg, nachdem das höchste belgische Gericht die europäische Gerichtsinstanz um Auslegung des diesbezüglich EU-Verbots wegen Religion oder Weltanschauung gebeten hatte. Ein Urteil ist in einigen Monaten zu erwarten.

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    Tags:
    Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Belgien
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