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12:14 20 August 2019
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    Situation in Syrien, Idlib

    Syrien: NGO „beweist“ angebliche Idlib-Angriffe Russlands mit sechs Monate altem Bild

    © REUTERS / Khalil Ashawi
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    Das syrische Journalistennetzwerk RBSS hat die Behauptungen, Russland habe Luftangriffe auf die syrische Provinz Idlib ausgeführt, mit einem vor sechs Monaten aufgenommenen Foto beweisen wollen, wie die russische Botschaft in Großbritannien mitteilte. Das Bild sei auf dem Twitter-Account der Organisation veröffentlicht worden.

    Die Agentur Sputniknews hat herausgefunden, dass der TV-Sender Al Jazeera dasselbe Bild bereits am 30. November 2015 erstmals veröffentlicht hatte. Dabei handelt es sich laut Sputniknews nicht um den ersten Fall, in dem Russland mithilfe veralteter Bilder Luftangriffe auf zivile Ziele in Syrien vorgeworfen werden.  

    Am Dienstag hatte die Agentur Reuters unter Berufung auf Daten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London gemeldet, dass bei jüngsten russischen Luftangriffen auf Idlib mindestens 23 Menschen getötet worden wären. Nach Angaben der Menschenrechtler soll dies der heftigste Luftangriff seit Ende Februar  — seit der Vereinbarung über die Waffenruhe in Syrien – gewesen sein.

    TV-Sender Al Jazeera
    TV-Sender Al Jazeera

    Russlands Verteidigungsministerium dementierte dagegen diese Angaben und teilte mit, dass die russische Luft- und Raumfahrtkräfte keinerlei Kampfaufgaben in der Provinz Idlib ausgeführt hätten.

    Die Benefizorganisation White Helmets („Weiße Helme“) hatte im September 2015 das Bild eines angeblich bei einem russischen Luftschlag verletzten Mädchens veröffentlicht. Das Foto war aber laut Twitter-Nutzern schon lange vor dem angeblichen Luftangriff gemacht worden.  

    Der größte Teil der russischen Luftwaffe war am 15. März auf Befehl Putins aus Syrien abgezogen worden. Die Militärbasis Hmeimim und der Marine-Versorgungsstützpunkt in Tartus werden weiterhin genutzt. Seit dem 27. Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und bewaffneten Rebellen. Die von Russland und den USA vermittelte Feuerpause nimmt Angriffe auf die vom UN-Sicherheitsrat als terroristisch eingestuften Gruppen aus.

    TV-Sender Al Jazeera
    © Foto : Aljazeera
    TV-Sender Al Jazeera

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September auf Bitten der Regierung in Damaskus in Syrien Angriffe gegen Stellungen der Terrorgruppen Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hatten.
     
    RBSS steht für „Raqqa Is Being Slaughtered Silently“ – „Rakka wird leise abgeschlachtet“.  Ziel der Organisation freiwilliger Journalisten aus Rakka ist es, Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung zu entlarven.   

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    Tags:
    Waffenruhe, Benefizorganisation White Helmets, syrisches Journalistennetzwerk RBSS, Al-Nusra-Front, Terrormiliz Daesh, Twitter, Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), Al Jazeera, Reuters, UN-Sicherheitsrat, Verteidigungsministerium Russlands, Wladimir Putin, Syrien, Russland