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    Wiederaufleben alter Traditionen: Kaliningrad bekommt Synagoge und jüdisches Viertel

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    In der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad werden bald eine Synagoge und das zweite jüdische Viertel in Russland entstehen, sagte der Präsident der Vereinigung der jüdischen Gemeinschaften Russlands, Alexander Boroda.

    Dies ermöglicht ihm zufolge ein in dieser Woche unterzeichnetes Memorandum über die Zusammenarbeit der jüdischen Vereinigung mit dem Unternehmer Wladimir Kazman und dem Präsidenten des Russischen jüdischen Kongresses, Juri Kanner. 

    „Bisher gab es nur in Moskau das sogenannte Judenviertel; dort befinden sich mehrere Gebäude der jüdischen Gemeinde. Etwas Ähnliches wollen wir in Kaliningrad bauen“, erklärte Boroda.

    Vom historischen Standpunkt aus gebe es bei dieser Herangehensweise keine Innovation: Juden hätten sich traditionell in der Nähe von Synagogen angesiedelt. Dort hätten sich auch Objekte der jüdischen Infrastruktur – Bildungseinrichtungen und koschere Geschäfte – befunden. 

    Im Hebst 2011 wurde in Kaliningrad der Grundstein für die künftige Synagoge gelegt. Im Juli 2013 wurde das Bauprojekt einer amtlichen Begutachtung unterzogen. Alle rechtlichen Fragen sind bereits geklärt. Die neue Synagoge, die landesweit die größte werden soll, wird auf ihrem alten Platz errichtet.

    Die Synagoge in Kaliningrad soll ihre Türen bereits 2017 öffnen. Das Gebäude ist für insgesamt 2.000 Besucher vorgesehen. Laut den Autoren des Entwurfs wird die Fassade nach dem Vorbild der in der sogenannten Reichskristallnacht von den Faschisten verbrannten Synagoge von Königsberg gestaltet. 

    Anfang des 20. Jahrhunderts hatte es in Kaliningrad fünf Synagogen gegeben. 1933 hatten in der Stadt 3.170 Juden gelebt. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten waren die Synagogen in der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verbrannt und zerstört worden.

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    Tags:
    Bau, Synagoge, Vereinigung der jüdischen Gemeinschaften Russlands, Russischer jüdischer Kongress, Juri Kanner, Alexander Boroda, Russland