13:38 05 Juli 2020
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    Die US-Kriegsmarine hat ein Alkoholverbot für ihre in Japan stationierten Truppen eingeführt und ihnen untersagt, den Raum ihrer Stützpunkte zu verlassen, meldet Reuters am Montag.

    Das Verbot war verhängt worden, nachdem Anfang Juni ein US-Soldat unter dem Verdacht festgenommen worden war, eine japanische Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. Das Militärkommando der auf Okinawa stationierten US-Basen hatte daraufhin eine vom 27. Mai bis 24. Juni geltende Sperrstunde erlassen.

    Bereits nach dem Alkoholverbot hatte die japanische Polizei eine US-Militärangehörige auf Okinawa festgenommen. Die Soldatin hatte im angetrunken Zustand einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Menschen verletzt wurden.

    „Jahrzehntelang haben wir  enge Beziehungen zum japanischen Volk genossen ", zitiert die Nachrichtenagentur eine am Montag veröffentlichte Pressemitteilung des Chefs der US-Kriegsmarine in Japan, Konteradmiral Matthew Carter.

    Die Marines sollen in ihren Stützpunkten solange mit Alkoholverbot „eingesperrt" bleiben, bis jeder von ihnen die Wichtigkeit der guten amerikanisch-japanischen Beziehungen und seine persönliche Verantwortung dafür begriffen habe.

    Die Soldaten, die außerhalb ihrer Militärstützpunkte wohnen, dürfen natürlich  die Garnison verlassen, aber auch sie sollen sich auf „unumgängliche Aktivitäten" einschränken.

    Zurzeit sind 18.600 US-amerikanische Marines in Japan stationiert.

    Die Einschränkungen gelten nicht für Familienangehörige der Soldaten und zivile Mitarbeiter. Sie seien aber aufgefordert worden, diese Regeln „im Geist der Solidarität" zu befolgen, sagte ein Sprecher der US-Kriegsmarine.  Insgesamt beträgt die Zahl der US-Amerikaner auf den Militärstützpunkten in Japan 35.000 Menschen.

    Erst vor einem Monat war ein ziviler Mitarbeiter der amerikanischen Kriegsmarine von der japanischen Polizei auf der Insel Okinawa verhaftet worden, der eine 20-jährige japanische Frau getötet haben soll.

    Der Vorfall löste die Empörung bei der Bevölkerung und Massenproteste vor der US-Militärbasis aus. Die zunehmende Unzufriedenheit mit der US-Militärpräsenz  kann jetzt die Verlegung des Luftstützpunktes Futenma verhindern, die 1995 nach der Vergewaltigung einer japanischen Schülerin durch US-Militärs vereinbart worden war. Derzeit wollen viele Einwohner einschließlich des Gouverneurs von Okinawa überhaupt keine US-Militärstützpunkte auf der Insel.

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    Tags:
    Mord, Verbot, US-Militärstützpunkt, Vergewaltigung, Alkohol, Marineinfanteristen, Marine, Okinawa, Japan, USA