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10:25 19 September 2019
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    Flüchtlinge aus Afrika

    Flüchtlingskrise: Italien erwartet „Exodus biblischen Ausmaßes“ aus Afrika

    © REUTERS / Akintunde Akinleye
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Im Herbst sollen mindestens eine halbe Million Migranten aus Kenia über das Mittelmeer kommen, um an den Küsten Italiens zu stranden. Es geht um einen „Exodus biblischen Ausmaßes“, schreibt das Portal „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ unter Berufung auf die italienische Zeitung „Il Giornale“.

    Die Regierung Kenias hat große Flüchtlingslager geschlossen und plant auch die Beseitigung des größten Lagers der Welt in Dadaab. Libyen will die Migranten und Flüchtlinge aber nicht aufnehmen. Die Menschen werden gezwungen sein, nach Libyen und dann nach Europa zu ziehen.

    In Dadaab leben UN-Angaben zufolge mehr als 340.000 Menschen. Mehr als 90 Prozent von ihnen stammen aus dem benachbarten Krisenstaat Somalia. Die geplante Schließung des Flüchtlingslagers würde zu einer massiven Auswanderungswelle in die Staaten des Mittelmeers führen. Jene Länder, vor allem Italien, könnten die Ankunft von mindestens 600.000 Menschen erwarten, so „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“.

    „Nach der Schließung der Balkanroute sind Sizilien und Italien für Zuwanderer aus Afrika zum großen Tor nach Europa geworden“, schreibt die Zeitung „Bayernkurier“.

    Mit den Migranten aus Afrika könnten aber auch Krankheiten wie HIV, Cholera oder Tuberkulose nach Italien getragen werden. Zumindest besteht dafür ein erhöhtes Risiko, berichtet „The Daily Mail“. Deshalb müsse die EU darauf setzen, bei den Flüchtlingen Gesundheitschecks vorzunehmen.

    In diesem Zusammenhang hat der italienische Premier Matteo Renzi vorgeschlagen, mit den afrikanischen Staaten ein Abkommen zur Rücknahme von Migranten abzuschließen. Als Gegenleistung für strengere Grenzkontrollen soll Brüssel den afrikanischen Ländern Einreisequoten und Finanzhilfen anbieten. Laut Renzi sollen in Afrika „Filtrationslager“ eingerichtet werden.

    Manfred Weber, EVP-Fraktionschef im Europaparlament, fordert ebenfalls bestimmte Regeln gegen die illegale Migration und plädiert für den Kampf gegen Schlepper. „Gegen die Schlepper muss man mit aller Härte vorgehen. Wenn es darauf ankommt, auch mit dem Einsatz von Waffen und innerhalb der 12-Meilen-Zone vor Libyen“, zitiert der „Bayernkurier“ Weber.

    Bisher deute alles darauf hin, dass die EU auf die neue Flüchtlingswelle aus Afrika nicht vorbereitet sei und nicht wisse, wie sie damit umgehen solle, so „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“.

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    Tags:
    Migranten, Flüchtlingskrise, Europaparlament, Europäische Volkspartei (EVP), Matteo Renzi, Manfred Weber, Brüssel, Italien, Europäische Union, Libyen, Afrika