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19:15 17 August 2019
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    Müllentsorgungs-Mitarbeiter versperren die Zufahrt zur Müllaufbereitungsanlage in der Gemeinde Ivry-sur-Seine

    In Frankreich stinkt’s zum Himmel: EM-2016 findet wohl unter Müllbergen statt

    © REUTERS / Charles Platiau
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    Dutzende überfüllte Abfalleimer stehen herum, Müllsäcke türmen sich auf den Straßen, ein saurer Geruch breitet sich in der Luft aus: Am Donnerstagmorgen bietet Paris nicht den schönsten Anblick. Und die Protestwelle gegen das neue Arbeitsgesetz ebbt auch vor Beginn der EM-2016 nicht ab. Die Müllabfuhr streikt weiter.

    Nachdem sich die Mitarbeiter der Müllentsorgung am Mittwoch dem landesweiten Streik gegen die neue Arbeitsrechtsreform angeschlossen hatten, wird der Abfall auf Pariser Straßen nicht mehr entsorgt. Im Großraum Paris stehen die drei größten Anlagen zur Müllaufbereitung still.

    Die Müllentsorgungs-Mitarbeiter holen Medienberichten zufolge die überfüllten Müllsäcke aus den Tonnen, manchmal ohne sie vorher zuzuschnüren, und lassen sie dann einfach auf der Straße liegen. Die Lage wird durch das warme Wetter und Sonne nicht besser: Die Abfälle verwesen vor sich hin und der Gestank erfüllt die Straßen von Paris. Inzwischen wird der Müll laut örtlichen Medien bereits in zehn Pariser Vierteln nicht mehr abgeholt. 

    Aber nicht nur die französische Hauptstadt ist betroffen: In der Stadt Saint-Étienne sei die EM gefährdet. Die Streiks haben laut dem TV-Sender BFMTV Bürgermeister Gaël Perdriau dazu verleitet, das Innenministerium zu informieren, dass die Öffnung der Fanmeile wegen des sich seit Tagen anhäufenden Mülls nicht erfolgen könne.

    In den letzten zwei Monaten kommt es in Frankreich immer wieder zu Massenprotestaktionen gegen die neue Arbeitsrechtsreform, die häufig in heftige Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei münden. Das neue Gesetz sieht unter anderem eine Lockerung der 35-Stunden-Woche sowie des Kündigungsschutzes vor. Frankreichs Premier Manuel Valls betonte derweil, dass die Regierung Zugeständnisse bei der Arbeitsrechtreform absolut ausschließe.

    Die französische Regierung hatte am 10. Mai das umstrittene Arbeitsgesetz mit einem „Trick“ verabschiedet: Wegen fehlender Mehrheiten in den eigenen Reihen wich die Regierung auf eine selten genutzte Verfassungsklausel aus, laut der der Premierminister einen Gesetzesentwurf ohne Abstimmung durchs Parlament bringen kann. Dabei riskierte die Regierung jedoch ein Misstrauensvotum. Am 12. Mai fand ein solches Misstrauensvotum im französischen Parlament statt, die nötige Mehrheit konnte allerdings nicht erzielt werden.

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    Tags:
    Streik, Müll, Fußball-EM 2016, Paris, Frankreich