02:45 30 Oktober 2020
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    Am kommenden Montag wird in Brasilien die neue App unter dem Namen Figure 1 gestartet. Das wird ein soziales Netzwerk für Ärzte sein. Dort können Fotos veröffentlicht werden, wie diese oder jene Krankheiten aussehen, wie medizinische Operationen verlaufen usw.

    Um aber solche Bilder sehen zu können, müsse man starke Nerven haben, schreibt die Zeitschrift „Veja“.

    Da zehn Prozent aller brasilianischen Medizinstudenten (hinzu kommen noch zahlreiche diplomierte Ärzte und Krankenschwestern) die bereits die englischsprachige Version der App nutzen, geht es eher um einen formellen Start der brasilianischen Version. Die portugiesische Sprache wird die erste (außer der spanischen) Fremdsprache sein, in der die App genutzt werden kann.

    Die 2013 gestartete App ist unter Ärzten sehr populär. Die Zahlen sprechen für sich selbst:

    — etwa eine Million Ärzte aus 190 Ländern der Welt nutzen die App, wobei es bis zuletzt nur ihre englischsprachige Version gab;

    — mindestens 10 000 App-Nutzer sind permanent online;

    — 65 Prozent der amerikanischen Medizinstudenten sind in diesem sozialen Netzwerk angemeldet. Dabei ist die Nutzung absolut kostenlos;

    — die Brasilianer sind die sechste Nation nach der Anzahl der Figure-1-Nutzer;

    — die von den Nutzern veröffentlichten Bilder wurden insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Mal angesehen;

    — als die Zika-Seuche ihren Höhepunkt erlebte, wurden auf Figure 1 mehr als 63 000 Posts zu diesem Thema veröffentlicht;

    — mehrere angesehene Krankenhäuser und Organisationen, darunter „Ärzte ohne Grenzen“, haben sich dieser Online-Plattform bereits angeschlossen.

     

    Allerdings wird die App von verschiedenen Nutzern unterschiedlich beurteilt. Der größte Vorteil von Figure 1 ist offensichtlich: Dadurch können die Ärzte schnell und leicht Informationen und Erfahrungen austauschen, so dass die Behandlung der Patienten effizienter wird. Es gibt aber auch Ärzte, die gegen die Veröffentlichung von privaten Fotos von Patienten, oft ohne deren Zustimmung, sind. Denn oft sind auf Figure 1 beispielsweise Fotos von kranken Kindern zu sehen.

    Damit wird über die moralische bzw. ethische Akzeptanz der Figure-1-App heftig diskutiert, vor allem, wenn es um das Recht auf Privatleben der Menschen geht. Allerdings ist das nun einmal die heutige Realität, die aus unserem Leben wohl nicht mehr verschwindet. Die wichtigste Frage, die in Bezug auf solche Apps beantwortet werden muss, besteht darin, ob sie in unserem Leben präsent sein sollen, wenn sie mehr Vor- als Nachteile haben.

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