07:30 21 Februar 2020
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    Ein Schwuler aus Belgien hat sich entschieden, zur Sterbehilfe zu greifen, weil er seine Sexualität nicht akzeptieren will, wie BBC berichtet.

    Er habe diesen Schritt lange überlegt und sei zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es der einzige Weg sei, erklärt der 39-jährige in einem BBC-Interview.

    Sébastien (ein erfundener Name) hat sich 17 Mal einer ärztlichen Behandlung unterzogen und alles ergebnislos:  Junge Männer und halbwüchsige Jungen locken ihn auch weiterhin an.

    „Mein ganzer Lebensweg hat mich dazu gezwungen, sagt er, meine Mutter hat Marasmus, deshalb war ich nicht gesund, geistig“, kommentiert Sébastien.

    „In meiner frühen Jugend traf ich einen Jungen und habe mich tief in ihn verliebt. Wir waren beide 15. Und das war unerträglich für mich, verstehen sie? Ich wollte kein Gay sein“, so der Belgier.

    In Belgien ist aktive Sterbehilfe seit 2002 legalisiert. Allerdings ist es nicht leicht, eine Genehmigung dafür zu bekommen. Dafür muss eine aussagekräftige Begründung eingereicht werden. Der Patient müsse „ständige und untragbare physische oder mentale Leiden“ aufweisen, heißt es in dem Gesetz.

    Falls es sich um einen schweren psychischen Zustand handelt, müssen drei Ärzte über die Notwendigkeit der Sterbehilfe übereinstimmen.

    Jedenfalls hält Sébastien an seinem Wunsch fest.

    „Ich habe schon immer über den Tod als Ausweg nachgedacht. Wenn ich an meine frühen Erinnerungen zurückdenke, es war schon immer in meinem Kopf. Es ist ein ständiges Leiden, wie ein Gefangener in seinem eigenen Körper zu sein“, sagt er.

    Seit der Legalisierung der Sterbehilfe ist die Zahl der unterstützten Sterbefälle in Belgien drastisch angestiegen. Besonders umstritten scheint die Sterbebegleitung von Geisteskrankheiten zu sein. Psychiaterin Caroline Depuydt von der Clinique Fond'roy, einem psychiatrischen Krankenhaus in Belgien, appelliert für eine weitere psychiatrische Behandlung der Geisteskranken.

    „Das ist ein sehr komplizierter Gesetz, das ist eine philosophische und ethische Frage, eine sehr tiefe und es gibt keine einzige gute Antwort“, sagt Depuydt.

    Obwohl Sébastien sehr ruhig und zufrieden mit seiner Entscheidung ist, hat er Zweifel an der Reaktion seiner Umgebung.

    „Das Schwierigste ist meine Familie zu informieren. Wenn ich eine Genehmigung bekomme, wird das besonders diskret sein“, sagte  Sébastien abschließend.

    Die Genehmigung von einem der Ärzte hat der Belgier bereits bekommen.

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    Belgien