08:30 15 November 2019
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    Gay-Parade in Kiew, 12. Juni 2016

    Gay-Parade in Kiew: Mehr Polizisten als Schwule und Lesben - Rechte enttäuscht

    © AFP 2019/ SERGEI SUPINSKY / AFP
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    Knapp eine halbe Stunde lang haben Lesben und Schwule, darunter auch eine Delegation aus Kiews Partnerstadt München und Mitglieder der Präsidenten-Partei „Block Petro Poroschenko“, für ihre Rechte im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt demonstriert. Die Parade verlief unter dem Motto „Menschenrechte über alles“.

    ​Die Parade begann um 10 Uhr Ortszeit und versammelte etwa 1.000 bis 3.000 Menschen. Wegen Drohungen aus der rechten Szene wurden bei dem diesjährigen Marsch strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die nur 500 Meter lange Route verlief zwischen zwei Metallschranken und soll nach Polizeiangaben von rund 6.000 Beamten gesichert worden sein.

    ​Gegner der Parade, die sich in kleinen Gruppen näherten und Plakate mit der Aufschrift „Die Ukraine ist kein Sodom“ trugen, seien von der Polizei umzingelt und in Sackgassen gedrängt worden.

    ​Es seien rund 50 Menschen festgenommen worden. Im Großen und Ganzen sei die Parade jedoch friedlich verlaufen, wobei „radikale Jugendbanden enttäuscht nach jemandem suchten, um ihn zu verprügeln“, berichten ukrainische Medien.

    ​Kiewer Polizisten hatten zuvor dazu aufgerufen, die „verbrecherischen Befehle“ der Stadtbehörden zu verweigern und sich den „ukrainischen Patrioten“ bei deren angekündigtem Angriff auf die Schwulen-Parade nicht in den Weg zu stellen.

    Vor einer Woche hatte der Sprecher des nationalistischen Rechten Sektors, Artem Skoropadski, ein „Blutbad“ angedroht, falls die Stadtbehörden die Gay-Parade nicht absagen sollten. Im vergangenen Jahr hatte sie trotz mehrerer ähnlicher Drohungen aus der rechtsextremen Szene stattgefunden – bis zu dem Moment, als es zu massiven Ausschreitungen zwischen Parade-Gegnern und der Polizei kam.

    Die Münchner Delegation des Pride-Marsches hatte angekündigt, an der diesjährigen Parade teilzunehmen. Die Delegation sollte von der Stadträtin Lydia Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) angeführt werden.

     

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    Tags:
    Schwule, Lesben, Gay-Parade, LGBT, Ukraine, Kiew