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    Ukrainische Firma stellt Lieferung von lebenswichtigem Medikament nach Russland ein

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    Der ukrainische Hersteller hat seine Lieferungen des lebenswichtigen Arzneimittels Mesaton nach Russland eingestellt und eine Erhöhung des Einkaufspreises gefordert, wie die Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Quellen im medizinischen Umfeld am Dienstag mitteilte.

    Seit einiger Zeit beschweren sich Ärzte von regionalen Krankenhäusern Russlands über einen Mangel des Medikaments Mesaton  (Phenylephrin), das in die Liste der lebenswichtigen Medikamente aufgenommen ist. Mesaton regt das Herz-Kreislauf-System an und wird  in der Intensivmedizin bei Operationen, u.a. bei der Geburtshilfe, zur Verhinderung von Blutungen und bei einer akuten Kreislaufinsuffizienz verwendet.

    Das Präparat wird vom Werk des Staatlichen Wissenschaftszentrums für Arzneimittel im ukrainischen Charkow hergestellt. Wie die Sprecherin des Betriebes, Natalia Worona, der Zeitung sagte, ist die Entscheidung nicht von politischen Hintergründen beeinflusst. Die Firma würde gern auch weiter mit Russland zusammenarbeiten, allerdings sei der Einkaufspreis des Medikaments seit 2010 nicht erhöht worden, und  der Hersteller  wolle nicht rote Zahlen schreiben müssen. Dabei wollte Worona weder den Preisbildungsmechanismus erklären noch den Wunschpreis nennen, den ihre Firma angeboten hatte, unter dem Vorwand, solche Fragen solle man an das Geschäftshaus „Alwis" richten, das für den Vertrieb  in Russland zuständig sei. Das Geschäftshaus weigerte sich allerdings, die Fragen zu beantworten.

    Die letzten Lieferungen von Mesaton  seien im August 2015 erfolgt, teilte der Entwicklungsdirektor des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens „RNC Pharma", Nikolaj Bespalow, mit.  Dabei würden keine direkten Analoga von Mesaton in Russland hergestellt. 2016 seien die Lieferungen von Noradrenalin, einem Arzneimittel mit einer ähnlichen Wirkung, aus Frankreich auffallend angestiegen.  Gleichzeitig  sei der Preis des französischen Medikamentes wesentlich gesunken: 2015 seien in Russland 42.200 Packungen im Gesamtwert von 56,4 Millionen Rubel eingeführt worden, 2016 seien es in den ersten vier Monaten bereits 73.900 Packungen im Gesamtwert von 19,3 Millionen Rubel gewesen. Dennoch ist der heutige Einkaufspreis des französischen Medikamentes um eine Größenordnung höher als der des ukrainischen Arzneimittels.

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    Tags:
    Lieferungen, Medikamente, Russland, Ukraine