09:42 13 Dezember 2019
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    Jeder zehnte Deutsche wünscht sich einen „Führer mit starker Hand“

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    Jeder zehnte Deutsche wünscht sich laut einer Studie der Universität Leipzig einen Führer, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert. Die Gesellschaft ist demnach zunehmend polarisiert, die Bereitschaft zu Gewalt steigt. Jeder dritte Befragte findet, dass die Deutschen „endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben“ sollten.

    Die am Mittwoch veröffentlichte Studie „Die enthemmte Mitte“ 2016 zeigt, dass fast 13 Prozent der Bundesbürger im Osten und zehn Prozent im Westen sich einen „Führer“ wünschen, der „zum Wohle aller durchregiert“.

    Mehr als 25 Prozent im Osten und 21 Prozent im Westen wollen eine einzige starke Partei, welche die „Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“. 13,8 Prozent der Befragten in Ostdeutschland und 4,8 Prozent derer in Westdeutschland stimmten der Aussage zu, dass unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform wäre.

    Die politische Einstellung der deutschen Bevölkerung sei polarisiert, schreiben die Herausgeber. „Während eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und auch Gewalt zum Teil strikt ablehnt und Vertrauen in demokratische Institutionen hat, sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, zur Durchsetzung ihrer Interessen Gewalt anzuwenden.“

    „Es gibt zwar keine Zunahme rechtsextremer Einstellungen, aber im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren befürworten Gruppen, die rechtsextrem eingestellt sind, stärker Gewalt als Mittel der Interessensdurchsetzung", sagt Studienleiter Oliver Decker. Zudem habe bei diesen Gruppen das Vertrauen in gesellschaftspolitische Einrichtungen wie die Polizei oder Parteien deutlich nachgelassen.

    „Sie fühlen sich vom politischen System nicht repräsentiert“, erläutert er. Als Erfolg der Zivilgesellschaft könne man es dagegen ansehen, dass in demokratischen Milieus Gewalt deutlich stärker abgelehnt wird als 2014. „Beides steht in Deutschland nebeneinander: Wir haben Menschen, die sich aktiv um Flüchtlinge bemühen, und es gibt Menschen, die Flüchtlinge aktiv ablehnen." Damit habe eine deutliche Polarisierung und Radikalisierung stattgefunden.

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