22:28 10 April 2020
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    Die Staatsanwaltschaft der selbsterklärten Republik Kosovo hat ein kriminelles Schema aufgedeckt, nach dem Ärzte bzw. Privatkliniken an fiktiven Operationen bei Patienten, darunter auch verstorbenen, Geld verdienten. Wie Reuters unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft meldet, handelt es sich vorwiegend um Herzpatienten.

    Im Rahmen der Untersuchung sind gegen 64 Beamte, darunter einen Ex-Gesundheitsminister, und 44 Ärzte Anklagen wegen Bestechung erhoben worden. 

    „Manche Ärzte haben bis zu 500 Euro Schmiergeld von Privatkliniken bekommen, um Patienten, die eine koronare Stent-Implantation brauchten, dorthin einzuweisen. Die Überstellungen galten auch für verstorbene Patienten“, so die Staatsanwaltschaft.

    Bei der späteren stationären Behandlung einiger Patienten stellte sich heraus, dass sie keine Stents erhalten hatten. Im Zeitraum von 2011 bis 2014 sind  in zwei Privatkliniken insgesamt mehr als 200 Menschen gestorben.

    Der ehemalige Gesundheitsminister wird verdächtigt, falsche Unterlagen unterzeichnet zu haben, die zwei Privatkliniken zu mehr als 4,5 Millionen Euro Einnahmen verholfen haben. 

    Kosovos Gesundheitssystem befindet sich zurzeit auf dem niedrigsten Niveau in Europa, weswegen Kosovo-Bürger sich nach Möglichkeit im Ausland behandeln lassen.

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    Tags:
    Gesundheitswesen, Bestechung, Schmiergeld, Arzt, Kosovo