21:52 26 September 2017
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    „Ärzte ohne Grenzen“ distanzieren sich von EU-Flüchtlingspolitik

    © AFP 2017/ PASCAL GUYOT
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    Die internationale Organisation für medizinische Nothilfe „Ärzte ohne Grenzen“ nimmt ab jetzt keine finanzielle Unterstützung aus Europa mehr an, berichtet BBC. Diese Entscheidung soll als Protest gegen die europäische Flüchtlingspolitik getroffen sein.

    “Wir können nicht gleichzeitig die Finanzausstattung aus der EU oder ihren Mitgliedsstaaten akzeptieren und Opfer ihrer Politik behandeln! Es ist einfach so“, heißt es auf der offiziellen Twitter-Seite von der Organisation.

    Die Hilfsorganisation erhielt im vorigen Jahr 63 Millionen Dollar von der EU und einzelner ihrer Mitgliedsstaaten.

    Nach der Verabredung mit der Türkei jedoch will sich die Organisation von der EU zumindest finanziell distanzieren.

    „Wir protestieren dagegen. Wir sprechen davon schon seit vielen Monaten. Und heute sehen wir, dass diese Art von Vertrag eine weite Verbreitung bekommen kann. Jetzt verhandelt man mit den afrikanischen Ländern“, kommentierte der Geschäftsführer der Organisation Stéphane Roques.

    Der Flüchtlingsdeal zwischen Brüssel und Ankara war im Frühjahr vereinbart worden. Die Türkei verpflichtete sich dazu, die illegalen Einwanderer, die nach dem 20. März nach Europa gekommen waren, zurückzunehmen. Dafür versprach Brüssel, die Arbeit an der Aufhebung der Visapflicht zu intensivieren, sodass türkische Staatsbürger sich innerhalb eines halben Jahres bis zu 90 Tage ohne Visa auf dem Territorium der EU aufhalten dürfen.

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