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07:02 24 Juli 2019
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    Wahnsinn and the City: Guideline durch psychische Störungen in einer Großstadt

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    Ob Moskau, New York oder Berlin – das Leben in einer Großstadt kann oft krank machen. Forscher Daria Warlamowa und Anton Sajnijew fassen die häufigsten Symptome in einem Buch zusammen.

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    „Wahnsinn! Eine Guideline durch die psychischen Störungen für die Einwohner einer Großstadt“ – so heißt das neue Buch russischer Autoren Daria Warlamowa und Anton Sajnijew. Beide haben eine Depression überwunden und sind überzeugt: Jede im Buch genannte Störung ist heilbar.

    „Es geht nicht um die Fälle in dem Sinne, der manche so oft beim Wort „psychische Störungen“ abschreckt, wie etwa Halluzinationen usw. Es geht um einfachere Symptome wie Angstzustand, Depression usw.“, erklärt Autorin Daria Warlamowa im Sputnik-Interview. Auf unsere Anfrage hat sie die sieben häufigsten psychischen Störungen aufgelistet. Die Klassifikation treffe auf jeden Fall auf Moskau zu, könne aber auf eine beliebige Großstadt übertragen werden, sagt die Autorin.

    1. Bipolare Störung

    Diese gehört zu den meistverbreiteten Depressionsarten. Kennzeichnend ist eine zwischen Hoch und Tief schwankende Stimmung. Das sind „Supermänner“, wenn sie sich im Zustand der Euphorie befinden: Energievoll, physisch stark, optimistisch, mit einem geringen Bedarf an Schlaf und Essen. Nach der Euphorie kommt es jedoch zu einem Tief, wo der einstige Supermann frustriert wird. Es kommt dann zu Schlaf- und Essstörungen, physischer und emotionaler Schwäche sowie sexuellen Störungen.

    2. Asperger-Syndrom

    Das Asperger-Syndrom stellt eine milde Form von Autismus dar, wie man es jetzt klassifiziert. Diese Menschen fallen vor allem durch fachspezifisches Wissen auf. Kinder mit dem Asperger-Syndrom wirken wie kleine Professoren, weil sie sich etwa sehr gut in der britisch-französischen Kriegsgeschichte auskennen. Eine normale Kommunikation dagegen wird für sie zu einer Herausforderung: Sie können den Kontext oder die nonverbalen Signale nicht erkennen. Sie verstehen nur Text, aber nicht, was dahinter steht: Ironie, Aggression, Humor usw.

    3. Dissoziale Persönlichkeitsstörung

    Während Menschen mit dem Asperger-Syndrom selbst doch emotionsfähig sind, kennt dieser Typ keine emotionelle Empathie. Gewissensbisse, Mitleid, Verbundenheit oder Schuldgefühl sind von diesem Typen vergeblich zu erwarten. Dabei können sie den Zustand anderer Menschen gut scannen und ihn wiedergeben. Gerade das hilft ihnen, eine Maske von Emotionalität zu tragen und nicht aufzufallen: Wo eine Träne dazugehört, weinen sie, wo eine Bewunderung am Platze ist, ziehen sie eine Augenbraue hoch usw. Typisch für sie ist es auch, eine hohe Position auf Kosten anderer Menschen anzustreben.

    4. Depression (vor allem wiederholte depressive Störung)

    „Arbeitssüchtiger“: Selbst bei Schlaflosigkeit, Dauerstress, Schwäche und anderen auffälligen Symptomen weigert sich dieser Typ, mal einfach abzuschalten. Stattdessen arbeitet er ununterbrochen, indem er glaubt, er muss es und darf sich keine Pause gönnen. Dass ihn die Arbeit krank macht, will er zunächst nicht ernstnehmen. Hungernde Kinder in Afrika – das heißt für den Großdenker erst ein Problem, seine Arbeit ist dabei nur seine Pflicht. Bis sein Organismus total versagt hat, hört er mit der Arbeit nicht auf.

    5. Generalisierte Angststörung (GTR)

    Es gibt viele Arten von Angststörungen, die GTR bedeutet einen anlasslosen Zustand, etwa wenn man im kalten Schweiß aufwacht und Angstgefühl vor etwas Unbestimmtem hat. Der Mensch selbst kann diese Angst nicht erklären, sondern macht sich nur auf etwas Schlechtes gefasst.

    6. Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

    Dieser Typ schwankt von der Idealisierung bis zur Entfremdung in seinen Liebesbeziehungen. Dabei hat er große Angst vor Einsamkeit. Sobald aber die rosa Brille weg ist, beginnt er nur ein negatives Bild vom Lebenspartner zu sehen und zerstört die Beziehungen durch seine zunehmende Kritik. Einerseits will er die Nähe mit einem anderen Menschen, andererseits hat er Angst davor.

    7. Die Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

    Das sind Menschen mit großen Aufmerksamkeitsproblemen. Es fällt ihnen schwer, bei den Sitzungen oder Konferenzen aufmerksam und konzentriert zu bleiben. In den USA glaubt man, dass dieser Typ einen guten Sinn für Start-Ups entwickeln kann, weil er einen großen Ideenumfang sehr schnell, wenn auch oberflächlich, bearbeitet.

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    Tags:
    Psychologie, Daria Warlamowa, Anton Sajnijew