16:57 21 November 2019
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    Bau der Nord-Stream-Pipeline

    Nord Stream 2: Für Osteuropa keine Gefährdung, sondern Verbesserung – Energieminister

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    Die geplante Pipeline Nord Stream 2 stellt keinerlei Gefahr für die Energieversorgung Osteuropas dar, wie Russlands Energierminister Alexandr Nowak sagte. Im Gegenteil, der neue Transportweg könne die Situation gar verbessern.

    „Die Umsetzung dieses Projektes entspricht völlig den Anforderungen der europäischen Gesetzgebung und dies haben, meines Erachtens, auch alle akzeptiert. Alle Fragen zu einer Zurückhaltung der Realisierung haben politischen Charakter“, sagte Nowak.

    Jedes umgesetzte Projekt erhöhe vielmehr die Transportsicherheit nach Europa, da dadurch neue Routen entstehen würden, so der Minister, die wiederum den Gastransport konkurrenzfähiger und lukrativer gestalten würden. „Darum gilt dies, im Gegenteil, als Verbesserung der Energiesicherheit Europas“, äußerte Nowak.

    Das Nord-Stream-2-Projekt sieht die Verlegung von zwei Pipelinesträngen mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas von der russischen Ostseeküste bis an die deutsche Küste vor.

    Dem russischen Gaskonzern Gazprom sollen 50 Prozent gehören und jeweils 10 Prozent des Projekts den Unternehmen BASF, E.ON, Engie, OMV und Shell. Die neue Pipeline soll neben der Nord Stream-1-Pipeline verlegt werden. Die Ukraine tritt gegen dieses Vorhaben auf, da es ihre Rolle als Transitland für russisches Gas schwächen würde.

    Die Ostsee-Pipeline Nord Stream führt von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg an der Grenze zu Finnland durch die Wirtschaftsgewässer von Finnland, Schweden und Dänemark bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste. Die 1224 Kilometer lange Leitung hat derzeit zwei Stränge mit einer Durchsatzkapazität von jeweils 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Ihre Zielmärkte sind neben Deutschland auch Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark.

    Gazprom hält 51 Prozent der Anteile am Betreiberkonsortium Nord Stream AG. Die deutschen Gesellschafter BASF und E.ON besitzen jeweils 15,5 Prozent der Anteile. Der niederländische Gesellschafter Gasunie und GdF Suez kontrollieren jeweils neun Prozent der Aktien. Die erste Pipeline war im Oktober 2012 in Betrieb genommen worden.

    Der Nord Stream wurde gebaut, um die Abhängigkeit vom instabilen Transitland Ukraine zu verringern. Gemeinsam mit seinen westeuropäischen Partnern wollte Gazprom eine zweite Direktleitung nach Südeuropa bauen. Die Pipeline South Stream hätte 2018 seine Maximalleistung erreichen sollen. Doch das South-Stream-Projekt stieß bei den USA und der EU-Kommission auf Widerstand. Nach Druck aus Brüssel setzte Bulgarien im Juni die Vorarbeiten aus. Im Dezember 2014 musste Russland wegen des Widerstandes der EU den Bau der South-Stream-Pipeline stoppen.

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    Nord Stream 2, Gazprom, Alexander Nowak, Osteuropa, Russland