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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die Bundesrepublik und die Türkei haben im vorigen Jahr weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Bericht des hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen hervorgeht.

    Die Zahl der unfreiwilligen Migranten betrug demnach im Jahr 2015 insgesamt 65,3 Millionen. Das sind rund sechs Millionen Menschen mehr als im Vorjahr: 2014 gab es nach UN-Angaben „nur“ 59.500 Millionen Flüchtlinge auf der Welt. Das bedeutet, dass weltweit jede 113. Person Asylsuchender, Flüchtling oder Binnenvertriebener ist. Es ist ein historischer Präzedenzfall: Die Zahl der Zwangsmigranten übersteigt damit die Einwohnerzahl von beispielsweise Großbritannien, Frankreich oder Italien.

    Die am stärksten betroffenen Länder sind Syrien mit 4,9 Millionen, Afghanistan mit 2,7 Millionen und Somali mit 1,2 Millionen Flüchtlingen. Die „Spitzenreiter“ bei der Binnenflucht sind Kolumbien mit 6,9 Millionen, Syrien mit 6,6 Millionen und der Irak mit 4,4 Millionen Geflohenen.

    Und Europa kommt nicht um die Folgen herum: Deutschland hat unter den EU-Staaten die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Rund zwei Millionen Anträge sind 2015 in der Bundesrepublik zur Bearbeitung angenommen worden. Mehr Migranten hat nur noch die Türkei aufgenommen — 2,5 Millionen.

    Die Angaben des Jahresberichts „Globale Tendenzen“ des UN-Flüchtlingshilfswerkes zeigen ein extrem hohes Auswanderungsniveau in der ganzen Welt. Der Bericht beruht auf offiziellen Daten von Staatsregierungen, Partnern und Materialen der Uno selbst.

    Die Migrationskrise in Europa, die vor allem auf bewaffnete Konflikte und wirtschaftliche Probleme im Nahen Osten und Nordafrika zurückzuführen ist, gilt als schlimmste seit dem zweiten Weltkrieg.  Laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind 2015 mehr als 1,8 Millionen Flüchtlinge in die EU gekommen. Dem Bundesinnenministerium zufolge sind mehr als eine Million von ihnen in Deutschland eingetroffen. Die neuesten UN-Daten korrigieren diese Annahmen gar noch nach oben.

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    UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, Syrien, Türkei, Deutschland, Genf