20:24 27 März 2017
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    Wingly: Eine Mitfahrgelegenheit für die Luft

    © Foto: Wingly
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    Nach der Eroberung von Privatfahrzeugen durch Blablacar macht das Unternehmen Wingly sich an die Eroberung von Flügen von Privatpiloten. Im Vordergrund steht dabei für den Anbieter nicht der Reisezweck, sondern das Erlebnis. Sicherheit hat auch hier Priorität, allerdings nicht die höchste.

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    Hessen von oben

    Die Mitfahrgelegenheit haben wohl viele bereits in Anspruch genommen. Doch nun gibt es mit Wingly ein Unternehmen, das Gelegenheiten zum Mitfliegen anbietet. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei den Mitfahrgelegenheiten: Man kommt auf die Startseite, sucht angebotene Flüge und bucht online seinen Platz als Passagier.

    Zur Idee der Gründung haben die hohen Preise für Privatflüge entscheidend beigetragen: „Einer meiner Mitgründer, der Emeric, ist Privatpilot seit dem er Kind ist und für ihn ist es so: Die Leidenschaft ist teuer, so eine Flugstunde kostet 200 Euro. Und das als Jugendlicher aber auch später zu finanzieren, ist relativ schwierig. Durch Wingly kann man schlicht die Kosten teilen. Man nimmt nicht nur Leute mit, man kann auch seine Leidenschaft teilen und bis zu 50 Prozent einsparen. Bei 200 Euro die Flugstunde ist das relativ lohnenswert“, sagt Mitgründer und CTO des Unternehmens, Lars Klein, in einem Gespräch mit Sputnik.

    Der Service kann sowohl für Rundflüge als auch für richtige Reisen verwendet werden, kommt allerdings von den Kosten her gegen Billigflieger oder Mitfahrgelegenheiten nicht an. Doch darum geht es auch nicht, sondern es geht hier um eine Mischung von Reise und Erlebnis, die den großen Fliegern abgeht.

    Doch wie steht es um die Sicherheit? Das größte Problem stellt für Wingly das Wetter dar und da ist die Regel ganz klar: „Wenn schlechtes Wetter ist, wird der Flug abgesagt und da werden auch unsere Passagiere und Piloten informiert. Es soll kein Druck entstehen, dass der Flug trotzdem stattfinden muss“, so Lars Klein.

    Ihre Qualifikation müssen die Piloten bei Wingly durch die Vorlage ihrer Lizenz und eines medizinischen Flugtauglichkeitszeugnisses bei der Registrierung nachweisen, hinzu kommt ein Bewertungssystem, das den Mitfliegern Raum für ihre Meinung zum Piloten lässt.  Sicher kann man allerdings nicht wissen, zu wem man sich ins Flugzeug setzt, wenn der Pilot sich gerade erst angemeldet hat.

    Glückliches Paar in Frankfurt am Main (Egelsbach)
    Glückliches Paar in Frankfurt am Main (Egelsbach)

    Und genau an dieser Stelle hapert es ein wenig in Sachen Sicherheit bei Wingly, denn das Unternehmen setzt auf die Prüfungsleistungen anderer: „Die meisten Piloten haben kein eigenes Flugzeug – das ist einfach viel zu teuer. Die leihen das beim Vercharterer oder einem Mitglied in einem Fliegerklub und diese Vereine, diese Firmen, wollen natürlich nicht, dass Kamikazepiloten ihre Flugzeuge fliegen. Die machen einen Testflug mit dem Piloten, die schauen, ob er gut fliegen kann und nur dann, wenn es wirklich der Fall ist, darf der Pilot fliegen und das gibt dann noch einmal ein zusätzliches Sicherheitslevel.“ Eigene Testflüge zur Steigerung der Sicherheit sieht Wingly also leider nicht vor.

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