15:47 19 September 2020
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    Das Straßen – und Grünflächenamt des Berliner Bezirks Mitte hat den Künstlern vom Zentrum für Politische Schönheit die Genehmigung für ihre provokative Aktion entzogen. Die Performance entspricht nicht der offiziellen Anmeldung der Gruppe und verletzt damit die Verabredung, berichtet der rbb.

    Die Künstler der Gruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ wollten mit einer höchst umstrittenen Aktion die Bundesregierung unter Druck setzen. Sie wollten am 28. Juni 100 Syrer per Flugzeug aus der Türkei nach Deutschland zu ihren Angehörigen bringen lassen. Dafür wurden Spenden gesammelt. Falls das nicht klappen sollte, wollten die Künstler die Flüchtlinge aufsuchen, die angedroht haben, sich von Tigern in einer speziell dafür eingerichteten Arena fressen zu lassen, sollte die Bundesregierung die Einreise ihrer Verwandten ablehnen.

    "Das Berliner Straßengesetz sieht politische Agitation im öffentlichen Raum nicht vor. Es handelt sich nach meiner Einschätzung um eine Versammlung, die beim Polizeipräsidenten anzumelden wäre als Demonstration oder Versammlung. Das ist nicht geschehen“, erklärt Harald Büttner, der Amtsleiter.

    Büttner bezeichnete das Projekt als „bewusste politische Provokation“. Die Künstler haben die Stadtverwaltung ausgetrickst, indem sie irreführende Angaben zum Projektinhalt gemacht haben, wobei die Verwaltung angenommen habe, es handele sich um eine Informationsveranstaltung „Geschichte des Grundgesetzes seit dem römischen Reich bis heute“.

    Das Zentrum für politische Schönheit ist bekannt für öffentlichkeitswirksame Aktionen. Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik hatten die Künstler 2015 bereits die Aktion „Die Toten kommen“ in Berlin organisiert. Dafür bestatteten sie eine Frau, eine vierfache Mutter, die nach Angaben der Gruppe im Mittelmeer ertrunken war.

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    Berlin, Deutschland