23:10 09 Dezember 2018
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    Polit-Kunst must go on: Flüchtlinge sollen unbedingt „gefressen“ werden

    © Flickr/ Tambako The Jaguar
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    Die Künstler des sogenannten Zentrums für politische Schönheit arbeiten trotz behördlichen Verbotes weiter an ihrer Tigerarena am Gorki-Theater in Berlin. Anstatt das Kunstobjekt abzureißen, bauen sie noch extra an, wie die Berliner Zeitung schreibt.

    Medienberichten zufolge entzog das Straßen- und Grünflächenamt des Berliner Bezirks Mitte den Künstlern die Genehmigung für die provokative Aktion. Grund dafür seien irreführende Angaben zum Projektinhalt. Die Künstler sind trotzdem fest entschlossen, „Flüchtlinge den Tieren zu übergeben“, falls die Bundesregierung ihnen weiter nicht zuhört.

    Das für seine provokanten Polit-Performances bekannte Zentrum für politische Schönheit wollte ursprünglich am 28. Juni 100 Syrer per Flugzeug aus der Türkei nach Deutschland zu ihren Angehörigen bringen lassen. Dafür wurden bereits Spenden gesammelt. Falls das misslingen sollte, sollte die Bundesregierung die Einreise der Verwandten ablehnen, wollten die Künstler die Flüchtlinge aufsuchen. Diese haben angedroht, sich dann von Tigern in einer speziell dafür eingerichteten Arena fressen zu lassen. Das Zentrum bestehe auf der künstlerischen Komponente der Show, auch wenn durchaus ein „kleiner politischen Anteil“ präsent sei, erklärte Jürgen Maier, geschäftsführender Direktor des Maxim-Gorki-Theaters.

    „Dass das Straßen- und Grünflächenamt dem Theaterprojekt nun den Kunstcharakter abspricht, ist ein Eingriff in die verfassungsrechtlich garantierte Kunstfreiheit“, sagt Jürgen Maier. Kunst solle zum Nachdenken über aktuelle politische Krisen bringen, so Maier weiter. Dieser Reflexionsversuch dürfe nicht erdrosselt werden. Das Theater habe bislang kein offizielles Schreiben von der Behörde erhalten, die Polizei ebenso nicht.  Kein Abriss also – schlussfolgerten die Künstler.

    Das Zentrum für politische Schönheit ist bekannt für öffentlichkeitswirksame Aktionen. Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik hatten die Künstler 2015 bereits die Aktion „Die Toten kommen“ in Berlin organisiert. Dafür „bestatteten“ sie symbolisch eine vierfache Mutter, die nach Angaben der Gruppe im Mittelmeer ertrunken war.

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    Zentrum für Politische Schönheit, Berlin, Deutschland