17:32 25 Juni 2017
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    Auf Kollisionskurs mit Islam? Frauen und Transgender dürfen in Schweden topless baden

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    Neuerdings dürfen in Schweden alle topless ins Schwimmbad: egal ob Transgender, Frau, Mann, Intersexuelle oder gar ohne Geschlecht, wie vor einigen Tagen die schwedischen Medien unter Berufung auf das Antidiskriminierungsamt mitgeteilt haben. Nach Meinung der Kritiker könnte dies jedoch zu einer Kollision mit anderen Kulturen und Religionen führen.

    Eigentlich wurde das Topless-Baden für Jedermann(frau, etc.) schon vor einem Jahr per Urteil der schwedischen Antidiskriminierungsstelle legalisiert. So darf jeder, der zwar wie eine Frau aussieht, sich aber als Mann identifiziert, oben ohne im Schwimmbad baden.

    Anscheinend haben das die Bürger aber nicht gleich mitbekommen: Erst vor kurzem sorgte ein Zwischenfall in Schweden für Schlagzeilen, als eine Frau mit entblößtem Busen in die Schwimmhalle kam und deshalb vom Bademeister rausgeschmissen wurde. Später stellte sich heraus, dass diese Dame trotz ihres Aussehens sich dabei gar nicht als Frau, sondern als Mann identifiziert.

    Nachdem sich diese Person bei der Antidiskriminierungsstelle beschwerte, wurde das Schwimmbad ermahnt und der Bademeister eines Besseren belehrt: Weibliche Transgender sollten nicht als Frauen behandelt werden. Formal bedeutet das, dass die Brustbedeckungspflicht von nun an ganz aufgehoben ist.

     „Das beeinflusst die Sicht der Gesellschaft auf Geschlechterfragen in eine tolerantere Richtung“, kommentierte dies Per Holfve vom Antidiskriminierungsamt gegenüber dem Sender SVT.

    Nach Meinung der Chefin des Liljeholmsbadet-Schwimmbads Carina Engström könnte das in der Praxis aber schieflaufen, da auch religiöse Männer und Frauen, wie zum Beispiel aus der muslimischen Minderheit, in ihrem Schwimmbad baden würden.

    „Das riskiert, mit anderen Kulturen und Religionen zu kollidieren. Es gibt bei uns auch Frauen, die in Ganzkörperanzügen baden. Auch diejenigen, die keinen religiös oder kulturell anderen Hintergrund haben, könnten sich von Frauen, die mit nackter Brust baden, gestört fühlen“, äußerte sie.

    Laut Frauenrechtlern ist dies jedoch ein weiterer Schritt zur Emanzipation des schwachen Geschlechts.

    „In einer gleichberechtigten Gesellschaft sollten Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben, wenn es darum geht, die ‚körperlichen Freiheiten‘ in der Öffentlichkeit wahrzunehmen“, betonte Amanda Soltanian in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter.

    „Der BH ist eine großartige Erfindung für jene Frauen, die glauben, dass sie ihn in ihrem alltäglichen Leben brauchen oder wollen. Woher stammte aber die Idee, dass der BH obligatorisch ist?“, fügte sie hinzu.

     

     

    Tags:
    Transgender, Busen, topless, Islam, Migranten, Schweden
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