04:49 19 September 2018
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    Einbürgerung verweigert: Wer nicht schwimmt, wird kein Schweizer

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    Zwei muslimischen Mädchen, 12 und 14 Jahre alt, ist im schweizerischen Basel die Staatsbürgerschaft verweigert worden, weil sie aus religiösen Gründen weder an Schwimmunterricht noch an Klassenfahrten teilnehmen wollten, wie Blick-Online berichtet.

    Der Fall stammte laut dem Portal bereits von vor einem Jahr, war aber erst jetzt bekannt geworden. Mit ihrer Weigerung, an Schwimmunterricht und Klassenlagern teilzunehmen, hätten die Mädchen gegen die Schulpflicht verstoßen, sagte der Chef der zuständigen Einbürgerungskommission, Stefan Wehrle. 

    „Jugendliche, die sich in Basel einbürgern lassen wollen, müssen die Schulpflicht erfüllen“, so Wehrle. Schwimmunterricht und Schullager seien Teil dieser Schulpflicht. „Wer sie nicht erfüllt, verletzt die Rechtsordnung und wird daher nicht eingebürgert“, so der Beamte weiter.

    Dass die beiden Mädchen schon sehr gut Deutsch sprechen, scheint dabei nicht ins Gewicht zu fallen. Die Familie der Mädchen soll auf einen Einspruch verzichtet haben. In der Nichtteilnahme am Schulunterricht sieht Wehrle schlechte Integration. Seine Entscheidung hält er für wasserdicht: „Wir sind auf der sicheren Seite“, sagte er gegenüber dem Regionaljournal Basel. Damit seien für ihn auch die Weichen gestellt, wie in Zukunft mit ähnlichen Fällen umgegangen werden solle.

    Laut Blick.ch ist es ein Präzedenzfall. Die Mädchen sollen Medienangaben zufolge zudem ihren Lehrern nicht die Hand geben wollen. Das alleine wiederum wäre aber kein Grund gewesen, das Einbürgerungsgesuch automatisch abzulehnen, schreibt Blick.ch. Laut Wehrle ist der Handschlag eben kein Teil der Schulpflicht.

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    Tags:
    Pass, Einbürgerung, Muslime, Schweiz