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    Alparslan Celik

    Türkei nimmt Fall des Mordverdächtigen an russischem Su-24-Piloten wieder auf

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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Türkische Staatsanwälte haben den Fall in Bezug auf Alparslan Çelik wieder aufgenommen, der des Mordes am Piloten des durch Ankara abgeschossenen russischen Su-24-Flugzeugs verdächtigt wird, wie Reuters unter Berufung auf einen türkischen Beamten berichtet. Einer Meldung der Agentur Anadolu zufolge wurde Çelik bis zum 8. Juni 2017 verhaftet.

    Der mutmaßliche Mörder des russischen Piloten und ehemalige türkische Armeekommandeur Çelik erschien am Montag mit sieben weiteren Personen vor Gericht, jedoch wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Den gemeinsam mit ihm Verhafteten wird ebenfalls unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt. Später am selben Tag hatten Medien berichtet, dass Çelik auf Kaution freigelassen wurde.

    Zuvor am Montag hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow mitgeteilt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin von Erdogan einen Brief erhalten habe, in dem der türkische Staatschef „sein Bedauern und der Familie des verstorbenen russischen Piloten (der im Jahr 2015 durch die Türkei abgeschossenen Su-24 – Anm. d. Red.) sein tiefstes Beileid ausgedrückt“ habe.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara hatten sich dramatisch verschlechtert, seit die Türkei am 24. November 2015 an der syrischen Grenze einen russischen Bomber abgeschossen hatte. Der Kampfjet bombardierte Stellungen der Terrororganisation Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) in Syrien, als er von einer türkischen Rakete getroffen wurde und auf syrischem Gebiet abstürzte. Der Pilot Oleg Peschkow wurde von Rebellen erschossen, als er am Fallschirm hing.

    Später erklärte Çelik, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein. Anfang April wurde er in Ismir wegen unerlaubten Waffenbesitzes festgenommen. Im Zuge der Verhandlungen erklärte er, nicht persönlich auf den Piloten geschossen, sondern stattdessen seinen Untergebenen den Befehl zum Nichtschiessen gegeben zu haben. Als Kommandeur habe er jedoch die Verantwortung auf sich genommen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Jet-Abschuss als „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“ und forderte von der türkischen Regierung eine formelle Entschuldigung. Ankara lehnte dies ab und behauptete, der russische Jet sei in den türkischen Luftraum eingedrungen. Das russische Militär bestritt das.

    Als Reaktion verhängte Moskau einen Importstopp gegen türkische Waren, russische Reiseveranstalter strichen die Türkei aus ihrem Programm. Mit rund viereinhalb Millionen Urlaubern jährlich stellte Russland nach Deutschland die meisten Türkei-Touristen.

     

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    Tags:
    Su-24, Alparslan Çelik, Türkei, Russland
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