15:21 17 Juni 2019
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    Rekordverdächtig: Gleich sieben deutsche Medien unter Top-10 der Russland-Basher

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    Nicht zum ersten Mal untersucht Sputnik die westliche Berichterstattung über Russland. Wie aus den vorherigen Studien hervorgeht, zeigen vor allem deutsche Medien eine eher negativ geprägte Haltung in ihren Beiträgen. Aber diesmal sind gleich sieben deutsche Newsmaker unter den Top-10 der Russland-Basher gelandet.

    Man könnte praktisch von einem Rekord sprechen, aber besonders stolz sollte Deutschland in diesem Fall nicht sein, denn solche Sachen erscheinen wohl kaum im Guinness-Buch. Bei der Forschung wurden Publikationen im Zeitraum vom 20. bis zum 26. Juni analysiert. Was dabei als Ergebnis herauskam, sollte vielleicht sogar die deutschen Nachrichtenbetreiber überraschen, denn sie haben bei dieser Olympiade gleich Gold, Silber und Bronze gewonnen.

    Berichterstattung über Russland nach Medien
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    Berichterstattung über Russland nach Medien

     

    Das Trio ist eigentlich nicht neu und besteht aus solchen großen Medienplattformen, wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Welt. Dabei waren bei der FAZ gleich 22 von insgesamt 35 Publikationen negativ oder gemäßigt negativ geprägt. Bei der SZ lag diese Zahl bei 15 von 28. Und bei der Welt – bei 14 von 24.

    Die FAZ glänzte dabei mit solchen Worten wie „Putin auf neuem Konfrontationskurs“ und „russische Schikanen“, bei der SZ waren Titel wie „Der Sumpf und seine Tiefen“ zu sehen. Die Welt „berichtete“ ihrerseits wieder einmal von einer aus dem Kreml gesteuerten Operation im Donbass.

    Das wäre schon schlimm genug, aber auch Platz 4., 5. und 7. Gingen an Nachrichtenunternehmen aus Deutschland. Dabei müssen sich den 5. Platz gleich zwei Medien – die Berliner Zeitung und Deutschlandradio – teilen.

    Wundern sollte man sich hier nicht: Als Großbritannien am 23. Juni über den weiteren Verbleib des Landes in der EU in einem Referendum abstimmte, war das natürlich Hauptthema für die Nachrichtenseiten. Aber auch hier haben einige Autoren renommierter Zeitungen anscheinend Anhaltspunkte für sich gefunden, um den Fokus auf Moskau zu verschieben.

    Unter dem Titel „Warum Russlands Präsident bei der Trennung Großbritanniens von der EU der lachende Dritte ist“ erschien ein Artikel im Tagesspiegel, in dem auf gewisse Schadenfreude des russischen Präsidenten über die britischen Votum-Ergebnisse hingedeutet wurde. Dabei hat Wladimir Putin selbst ganz klar betont, dass Russland sich „niemals in diese Angelegenheit eingemischt“ habe und dies auch nicht vorhabe. Scheint aber der Tagesspiegel-Autorin egal gewesen zu sein, denn sie glaubt, dass „Moskaus Propaganda“ nun die EU als „marodes und ins Chaos taumelndes Gebilde“ darstellen könne.

    „Am Ende könnten der Brexit und ein möglicher Machtwechsel in Großbritannien den gemeinsamen Kurs gegenüber Russland untergraben. Die EU wird für längere Zeit mit sich selbst beschäftigt sein. Ein Austritt Großbritanniens, so hofft man in Moskau, könnte auch den transatlantischen Zusammenhalt schwächen. So ist Putin einer der wenigen Gewinner des Brexit-Votums. Europas Schwäche ist seine Stärke“, heißt es im Artikel und klingt gleich nach Verschwörungstheorie. Weiß der Tagesspiegel mehr als der Kreml?

    Der Spiegel geht noch weiter und spricht davon, dass Moskau „mit einer geschwächten EU oder Einzelstaaten aus einer Position der Stärke verhandeln“ könne, um „seinerseits neue Mitglieder für die von Russland geführte "Eurasische Union" mit Weißrussland und Kasachstan“ zu gewinnen. Von diesen Plänen hat selbst Putin wohl keine Ahnung, aber laut dem Artikel sind das die russischen „Träume von der Eurasischen Union“.

    Auch die Deutsche Welle scheint sich gut auszukennen, was in den Köpfen der Regierenden in der Russischen Föderation vorgeht. Denn Moskau habe mit dem Brexit-Referendum das „Maximalziel russischer Außenpolitik erreicht“, steht in einem Artikel der Nachrichtenseite. Einer Meldung der Zeit zufolge will Putin gar versuchen, ein gewisses „Imperium wiederherzustellen“.

    Aber wenn einige Medien nur spekulieren, rufen andere zu konkreten Taten auf, um gegen Russland vorzugehen. So schreibt ein Publizist in einem Artikel für Deutschlandradio, dass Brüssel in seiner Russlandstrategie „auf militärische Abschreckung setzen und russische Staatpropaganda im Internet entlarven“ müsse. Wenn das nicht nach Nato-Rhetorik über eine angebliche russische Aggression klingt… „Sie überrascht immer wieder und lässt verständnislos zurück: die Aggression aus Moskau in Worten und in offenen wie verdeckten Taten“, steht weiter im Artikel.

    Deutsche Medien sind die absoluten Sieger, was negative Berichterstattung über Russland betrifft. Sie haben immer eine Idee parat, um sogar beim Russland-weitesten Thema Möglichkeiten zu finden, den Kreml und Putin persönlich zu berühren. Andere Länder und ihre Newsmaker können davon sicherlich etwas lernen, denn wie diese Grafik zeigt, sind sie, zumindest was mäßig negative Publikationen angeht, noch weit von dem Bashing-Star entfernt.

     

    Berichterstattung über Russland nach Ländern
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    Berichterstattung, Brexit, Medien, Wladimir Putin, Deutschland, Russland