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    Türkei: Touristenzahl aus Russland in drei Jahren wieder so hoch wie 2015 - Experte

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    Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen (108)
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    Der Touristenstrom aus Russland in die Türkei kann laut dem Chef der türkischen Hotelier-Föderation (TUROFED), Osman Ayik, in zwei bis drei Jahren das Niveau der vergangenen Jahre 2014 und 2015 erreichen.

    Am Mittwoch fand zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan ein Telefongespräch statt. Der türkische Staatscherf versicherte, dass die Behörden ihr Bestes tun werden, um den Russen in der Türkei maximale Sicherheit zu gewährleisten. Putin beauftragte das Ministerkabinett, die administrativen Restriktionen in der Tourismusbranche gegen die Türkei aufzuheben.

    Die Entscheidung über die Aufhebung des Lebensmittel-Embargos gegen türkische Waren und des Verbots von Charterreisen in die Türkei werde in den kommenden Tagen getroffen, so Russlands Vize-Premier Arkadi Dworkowitsch.

    „Beim besten Ausgang darf man nicht erwarten, dass sich der Touristenstrom aus Russland in die Türkei in diesem Jahr dem Niveau von 2014 und 2015 nähern wird. In den kommenden zwei bis drei Jahren ist jedoch zu erwarten, dass der vorige Stand erreicht wird. Man sollte nicht denken, dass die Sommersaison dieses Jahres vollkommen gescheitert ist. Die Arbeit kann sehr schnell in geregelte Bahnen gebracht werden. Es gibt jedoch einige technische Schwierigkeiten, und es wird davon abhängen, wie schnell sie gelöst werden“, sagte TURFED-Chef Osman Ayik.

    Eine Genehmigung für Charterflüge zu erhalten und ihre Zahl festzulegen, ist ihm zufolge eines der wichtigsten Probleme. Dafür sei es notwendig, dass die Zivilluftfahrtbehörden der beiden Länder die Zusammenarbeit in geregelte Bahnen bringen. Die Hoteliers hätten derzeit keine Probleme damit, russische Touristen aufzunehmen.

    Er bezeichnete den Beginn der Wiederaufnahme der russisch-türkischen Beziehungen als positiv.

    „Darauf hat man lange gewartet. Die Seiten haben ihre Verantwortung und ihr Verständnis gezeigt, und ich hoffe, dass Lösungen für alle in den letzten sieben Monaten angesammelten Probleme gefunden werden. In der Tourismusbranche bauten wir unsere Beziehungen im Laufe von 25 Jahren auf, und sie hatten das höchste Niveau erreicht. Wir alle haben nach dem Bruch der Beziehungen einen Schock erlebt“.

    Die Neubelebung der russisch-türkischen Beziehungen will er nicht nur allein aus wirtschaftlicher Sicht betrachten, da sich ihm zufolge enge Beziehungen zwischen den beiden Völkern entwickelt haben. Es sei zudem wichtig, sie zu bewahren.

    Der größte Traum sei jedoch, dass Moskau den Visazwang  für türkische Bürger aufhebt, damit sie als Touristen frei nach Russland einreisen können, so Osman Ayik.

    Das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus teilte mit, dass die Zahl der ausländischen Touristen, die im April dieses Jahres ins Land gekommen seien, gegenüber dem Vergleichsmonat 2015 um 28,1 Prozent zurückgegangen sei. Seit 1999 sei es der höchste Rückgang des Touristenstroms ins Land. Besonders gefallen sei die Zahl der Touristen aus Russland — um 79,3 Prozent (von 150.000 auf 31.000). Die Zahl der russischen Touristen, die Antalya von Januar bis Mai besucht haben, betrage 21.000, was 26-mal weniger sei, als im gleichen Zeitraum 2015.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei gerieten in eine schwere Krise, nachdem ein türkisches Jagdflugzeug am 24. November 2015 einen russischen Su-24-Bomber in Syrien abgeschossen hatte. Wladimir Putin bezeichnete dies als einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“ und belegte die Türkei mit einer Reihe wirtschaftlicher Einschränkungen. Der neue türkische Premier, Binali Yıldırım, sagte, Ankara werde eine Normalisierung der Beziehungen mit Russland durch einen Dialog anstreben.

    Als Vorbedingungen für die Normalisierung der Beziehungen mit der Türkei forderte Russland von Anfang an eine offizielle Entschuldigung von Ankara sowie Schadenersatz.

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    Lebensmittelembargo, Recep Tayyip Erdogan, Arkadi Dworkowitsch, Wladimir Putin, Türkei, Russland