01:33 15 Dezember 2019
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    Drogenhandel per WhatsApp? Brasilien sperrt Facebook-Millionen

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    Ein brasilianische Gericht hat 19,5 Millionen Real (umgerechnet etwa 5,5 Millionen Euro) auf Facebook-Konten gesperrt, wie Reuters berichtet. Grund sei die Weigerung des Facebook-eigenen Mitteilungsdienstes WhatsApp, den Behörden Zugang zu verdächtigem Schriftverkehr von wegen illegalen Drogenhandels Inhaftierten bereitzustellen.

    Da WhatsApp kein eigenes Konto in Brasilien besitzt, sah sich das Gericht gezwungen, Facebook-Konten zu sperren. Dabei wurde der Messenger selbst im Land nicht, wie noch im Dezember, eingestellt.

    Nach der Weigerung, den Ermittlern die geforderten Daten zu übergeben, wurden gegen WhatsApp Strafmaßnahmen verhängt. Solange der Messenger weiter weigere, müsse er täglich 50.000 Real (etwa 14.000 Euro) zahlen.

    Im März war bereits der hochrangige Facebook-Manager Diego Dzodan in Brasilien verhaftet worden. Der Argentinier soll sich damals ebenfalls geweigert haben, Daten von WhatsApp an Ermittler zu übergeben. Auch damals ging es laut Polizeiangaben um Drogenhandel. Es habe sich angeblich um ein geheimes Ermittlungsverfahren gehandelt. Wenige Tage später war Dzodan jedoch freigelassen worden.

    Facebook reagierte damals empört auf die Verhaftung. In einer Stellungnahme war von einer „extremen und unverhältnismäßigen Maßnahme" die Rede. WhatsApp sei ein eigenständiges Unternehmen und Dzodans Festnahme würde dem Ermittlungsprozess nicht helfen, so Facebook damals.

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    Tags:
    Ermittlungen, Sperren, Drogenhandel, WhatsApp, Facebook, Brasilien