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10:59 17 Juli 2019
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    Das neue Graffiti des ertrunkenen syrischen Jungen

    Ertrunkenes Flüchtlingskind: Radikale Künstler-Antwort an Rechtsradikale

    © REUTERS / Ralph Orlowski
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    Nachdem das Wandbild des ertrunken Flüchtlingsjungen Aylan in Frankfurt erneut beschädigt worden war, haben sich die Künstler etwas ganz Neues einfallen lassen, wie hessenschau.de berichtet. Vor etwa zwei Wochen wurde das Riesen-Graffiti mit einer zynischen Parole beschmiert.

    Die Graffiti-Künstler Oguz Sen und Justus Becker wollten den Rechtsradikalen eine klare Antwort geben. Also haben sie deren beliebten Spruch „Grenzen retten Leben!“, mit dem das Riesenbild des toten Flüchtlingsjungen überschrieben worden war, nicht einfach entfernt. Stattdessen malten die Künstler ein neues Bild, das einen lächelnden, von Teddybären umgebenen Aydan zeigt.

    Laut Sen wurde das alte Motiv so oft beschmiert, dass er und sein Partner sich für ein neues entschieden hatten. Er befürchte zwar, dass auch das neue Bild verunstaltet werde.

    "Aber wer das Bild eines lächelnden Kindes zerstört, hat gar nichts verstanden", sagte Sen gegenüber hessenschau.de.

    Das neue Riesen-Graffiti entstand laut dem Regionalmagazin auf der Grundlage eines Fotos, das Aylans Familie den Künstlern überlassen hat. Auf dem Foto war der Junge nur mit einem Teddybären zu sehen. "Wir haben ihn mit mehreren Teddybären gemalt, sie sollen ihn beschützen", so der Künstler weiter.

    Sen und Becker hatten Anfang März das Bild des auf der Flucht ertrunkenen zweijährigen syrischen Jungen Aylan auf eine Mauer gesprüht. Aylan war im September tot am Strand nahe dem türkischen Badeort Bodrum angespült worden.

    Für die Rechtsextremen haben die Graffiti-Künstler so eine klare Antwort: Grenzen retten keine Leben, sondern töten genau solche Kinder wie Aylan. Zudem bedankte sich Sen bei denjenigen Bürgern, die mit ihren Spenden ihm und seinem Partner ermöglichten, Farbe für das neue Bild zu kaufen: "Viele Frankfurter haben keinen Bock auf Nazi-Propaganda."

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    Tags:
    Migranten, Aylan Kurdi, Frankfurt am Main, Deutschland