02:44 29 Januar 2020
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    Parodie-Reporter Pie zu Brexit: Schluss mit dem Jammern, auf in den Kampf! – VIDEO

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    Der Satiriker Jonathan Pie, der für seine als schiefgelaufene Online-Reportagen inszenierten Sketche bekannt ist, hat sich jetzt mit den Nachwirkungen der Brexit-Abstimmung auseinandergesetzt. In seinem Youtube-Video erklärt er den Zuschauern, wer eigentlich an allem schuld ist und was die Labour Party in der nächsten Zukunft tun soll.

    Diesmal ist der Parodie-Journalist wegen der Reaktion der Brexit-Gegner auf das Ergebnis der Abstimmung aus der Haut gefahren.

    „Warum dürfen die alten Leute abstimmen? Warum haben die Menschen, die außerhalb von London leben, das Recht abzustimmen? Wieso dürfen die weißen Männer, die die Daily Mail lesen, abstimmen?" spottet Pie über die Unzufriedenen. Solche Äußerungen hat er satt: „Weil eine Demokratie eben das bedeutet! Und wenn ihr das nicht mögt, haut ab und lebt in Nordkorea!"

    Wenn die Politiker sich dafür entschlossen hätten, ein Referendum abzuhalten, so sei es ihre Pflicht, die Wähler zu informieren und zu überzeugen, so Pie, und wenn die Wähler „falsch" abgestimmt hätten, so seien die Politiker daran schuld.

    Die Meisten, die für den Brexit gestimmt  hätten, würden sowieso dafür gestimmt haben, so Pie weiter. Ausschlaggebend seien dabei die Stimmen der Arbeiterklasse, weil gerade die Arbeiter von einem bestimmten Typ der Politiker manipuliert worden seien durch die Politik der Einschüchterung und Fehlinformierung. Wenn aber diese  Menschen sich manipulieren lassen hätten, dann deshalb, weil sich niemand mehr für sie engagiert  habe.

    „Die Begründung  des EU-Verbleibs war „der Status quo gegen das  Risiko der Unsicherheit". Ich persönlich war mit einer solchen Argumentation einverstanden. Wenn man aber nichts hat, wieso wird man dafür stimmen, dass alles bleibt, wie es ist? Zumindest bringt die Unsicherheit eine  Hoffnung mit sich, dass die Lage sich verändern kann. Wenn ich in dieser Position wäre, würde ich auch lieber  die Unsicherheit wählen als nichts."

    Zudem seien es die Austerität-Maßnahmen der Konservativen  gewesen, die dazu beigetragen hätten, dass solche  Menschen „nichts haben", und die systematisch auf den ärmsten Teil der Bevölkerung abgezielt hätten. Wenn also  ein Millionär mit einer Erklärung wie „Die Aktienmärkte werden sich beruhigen, wenn wir  in der EU bleiben" kommt, so sei die Reaktion solcher  Menschen eindeutig: „Verpiss dich, ich kann mir keine neuen Schuhe für mein Kind leisten!"

    Man dürfe solche Menschen nicht mit Beleidigungen bewerfen, warnt Pie, man  müsse sich für sie  engagieren und mit ihnen sprechen. Es gebe zwar Tausende „schreckliche rassistische intolerante Idioten" im Lande, man könne aber nicht den 17,5 Millionen Menschen komplett Intoleranz und  Dummheit vorwerfen — sonst werde die Diskussion sofort abgerundet. Und  wenn man an dem Streit nicht teilnehme, werde man bestimmt verlieren. Somit geht der Satiriker zu denen über, die seiner Meinung nach die Lage im Lande positiv ändern können, und zwar  zu der Labor-Partei, und es fehlt ihm dabei nicht an starken Worten.

    Die ganze Wut der Brexit-Gegner gehe in die falsche Richtung, meint Pie. Der gefährlichste und leichtsinnigste Premier, David Cameron, der die Zukunft des Landes aufs Spiel gesetzt habe, nur um seine  Position in der eigenen Partei zu sichern, sei  für all das verantwortlich. Zurzeit sei er aber eine abgespielte Figur. Eine tatsächliche Gefahr stellten seine Nachfolger aus der Konservativen Partei mit ihrer Austeritätspolitik dar. 

    „Was kommt da über den Hügel?" fragt Pie, indem er auf eine dunkle bleifarbene Gewitterwolke zeigt. „Das sind die Tories! Das ist Gove, das ist Hunt, das ist May", nennt er die Namen von  Konservativen Spitzenpolitikern. „Sie haben keine Angst vor ihr, sie haben  eine ganze Nation überredet, die EU zu verlassen — denkt euch bloß, was sie mit den Wählern bei den Parlamentswahlen machen können!"

    Die Laboristen müssten sich so bald wie möglich festlegen, wen sie an  der Spitze der Partei sehen wollen, sich dringend  vereinigen und sich gegen die Tories einsetzen.

    „So hört auf mit Trübsal und Beleidigungen, hört auf, bedeutungslose Petitionen zu unterzeichnen und in Selbstgerechtigkeit zu versacken! Entsichert eure Gewehre und ladet sie, verdammt, weil die Tories bereits  kommen!" fordert er sie auf.

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