11:36 16 Juni 2019
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    Migranten auf der griechischen Insel Lesbos

    Italienische Polizei knackt Schmuggelnetzwerk von Flüchtlingsorganen - 23 Festnahmen

    © AP Photo / Sergey Ponomarev/The New York Times/Columbia University
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    Die italienische Polizei hat 23 Mitglieder einer kriminellen Organisation verhaftet, denen Menschen- und Drogenhandel vorgeworfen wird. Nach weiteren 15 Verbrechern wird gefahndet, heißt es auf Webseite der Polizeibehörde.

    Die Festnahmen erfolgten am Montagmorgen (4. Juli) bei Einsätzen in mehreren italienischen Städten, darunter in Rom, Viterbo, Agrigent, Palermo, Catania, Mailand, Macerata, Genua sowie in den Provinzen Lecco und Trapani. Bei den Verhafteten handele es sich um 13 Eritreer, neun Äthiopier und einen Italiener.

    Die Behörden von Palermo hatten zuvor Haftbefehl gegen die Verdächtigen erlassen. Grundlage hierfür waren die Aussagen des ehemaligen Schmugglers Nuredin Wehabrebi Atta, der im Februar dieses Jahres zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

    Italienischen Medien zufolge erzählte er der Polizei von einer Bande von Drogenhändlern, die unter anderem illegale Migranten nach Italien geschleust haben soll.

    Flüchtlinge
    © AP Photo / Aleksandr Zemlianitjenko
    Laut Wehabrebi handelten die Verbrecher mit Organen von Flüchtlingen, die den Transport nicht überlebten. Auch Menschen, die eine Überfahrt nicht bezahlen konnten, hätten sie getötet und den Toten anschließend Organe entnommen. Er habe sich entschieden, mit den Untersuchungsbeamten zusammenzuarbeiten, nachdem er gesehen habe, wie viele Flüchtlinge sterben würden. Er verwies unter anderem auf einen Zwischenfall vor der Küste der Insel Lampedusa vom Oktober 2013, wo bei einem Bootsunglück 359 Migranten ums Leben gekommen waren, berichtet die Zeitung Il Tempo.

    Am Montag sagte der mutmaßliche Chef der Bande, Medhani Yehdego Mered, in Palermo vor Gericht aus. Er war im Mai in der sudanesischen Hauptstadt Khartum verhaftet und an Italien ausgeliefert worden.

    Bei einer Vorverhandlung sagte der Anwalt des Angeklagten, dass sein Klient nicht derjenige sei, für wen er gehalten werde. Der Mann soll angeblich nicht Medhani Yehdego Mered, sondern Medhanie Tesfamariam Behre heißen und mit dem Menschenschmuggel nichts zu tun haben. Als Beweis habe er die Aussagen zweier Flüchtlinge angeführt, die derzeit in Schweden leben sollen. Der Anwalt forderte zudem, seinen Klienten zu befreien. Schließlich  wurde die Anhörung auf den 21. Juli verschoben, schreibt The Telegraph.

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    Tags:
    Drogen, Migration, Flüchtlinge, Lampedusa, Italien