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10:15 13 November 2019
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    Michael Trench

    „Blair schickte meinen Sohn ins Gemetzel“: Soldaten-Mutter fordert Gerechtigkeit

    © Foto : Janice Procter
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    Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zur Rolle Großbritanniens im Irak-Krieg 2003 am Mittwoch hat nun die Mutter eines gestorbenen 18-jährigen Soldaten, Janice Procter gesagt, dass der britische Ex-Premier Tony Blair die Schuld an dem Tod ihres Sohnes trage, wie sie Sputnik erläuterte.

    „Als Sir John Chilcot an Bord kam, dachte ich, dass wir endlich ein paar Antworten erhalten würden, dass ich in der Lage sein würde, die Dämonen und den Tod meines Sohnes abzulegen“, sagte Procter im Sputnik-Interview.

    Procters Sohn Michael Trench war einer der jüngsten im Jahr 2007 im Irak gefallenen britischen Soldaten. Er war damals erst 18 Jahre alt. Seiner Mutter zufolge hat die Verzögerung der Berichtveröffentlichung zur Untersuchung ihren Schmerz nur verschlimmert.

    „Am Ende des Tages sind wir immer noch trauernde Familien. Und die Verzögerung bei diesem Bericht hat den Schmerz, den wir jeden Tag spüren, vertieft. Der einzige Weg, wie ich nach dem Tod meines Sohnes weitergehen kann, ist die Suche nach Gerechtigkeit“, so Procter.

    Für den Tod ihres 18-jährigen Sohnes gibt die Frau nur einem Mann die Schuld.

    „Ich gebe Tony Blair die Schuld für den Tod meines Sohnes. Tony Blair hat sie (die Soldaten – Anm. d. Red.) dahin geschickt, Tony Blair hat die Abkommen getroffen. Und er hat unsere Kinder ins Gemetzel geschickt“, so die Mutter.

    Wären die eigenen Kinder des Ex-Premiers an die Frontlinie gesandt worden, so Procter, „wie unsere Kinder, würde er den selben Kampf kämpfen müssen und solange auf solch einen Bericht warten? Das glaube ich nicht“, fügte sie hinzu.

    „Warum gibt es eine Regel für uns und andere für ihn? Was stellt ihn über das Gesetz? Blair schuldet unseren Kindern eine Antwort, und wir verdienen als Eltern Ehrlichkeit“, sagte sie und betonte dabei, „die Lügen machen unsere Leben nur schwerer“. Laut Procter schuldet Blair den ums Leben gekommenen Soldaten eine Antwort.

    Die britische Regierung hat den Einmarsch im Irak 2003 anhand unbewiesener Informationen beschlossen. Zu diesem Schluss kamen die Ermittler der sogenannten Chilcot-Kommission, die sieben Jahre lang die britische Rolle im Irak-Krieg untersucht hatte und nun ihren Bericht vorstellte. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht waren damals keinesfalls alle friedlichen Optionen für eine Konfliktlösung ausgeschöpft. Außerdem habe die britische Regierung die Konsequenzen des Waffeneinsatzes unterschätzt.

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    Tags:
    Irak-Krieg, Tony Blair, Irak, Großbritannien