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    Italien: Nigerianischer Flüchtling von Hooligan brutal totgeprügelt

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    Der 36-jährige nigerianische Flüchtling Emmanuel Chidi Namdi ist in Italien von einem Fußballfan zu Tode geprügelt worden, wie Euronews und italienische Medien berichteten.

    Der Vorfall soll sich am Dienstagabend in der italienischen Stadt Fermo ereignet haben, als Namdi mit seiner 24-jährigen Frau Chimiary durch die Innenstadt spazierte. 

    ​​Bei dem Spaziergang sei das Paar laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit Verweis auf Polizeiangaben von einem 35-jährigen Ultra-Fan des Fußball-Clubs Fermana angegangen worden, der die Frau als „afrikanischen Affe“ beschimpfte. Der Ehemann Emmanuel habe daraufhin eingegriffen.

    Der Flüchtlinge wollte sich selbst und seine Frau schützen, wurde von dem Fan so heftig geschlagen, dass er noch am Tatort ins Koma fiel und von den alarmierten Rettungskräften nicht mehr gerettet werden konnte. Einen Tag später ist er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. 

    Gegen den Hooligan werde nun ermittelt.

    Der Flüchtling war mit seiner Frau im vergangenen September vor den Islamisten des Boko Haram aus Nigeria mit einem Boot übers Mittelmeer nach Italien geflüchtet und lebte als Asylbewerber in Fermo. Er nahm gegenwärtig an einem Priesterseminar in der Stadt teil.

    Der Mord an dem nigerianischen Flüchtling sorgt in Italien für große öffentliche Resonanz. So berief der italienische Innenminister Angelino Alfano für Donnerstag in Fermo eine Sitzung des örtlichen Ausschusses für Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ein. Auch in den sozialen Medien wird ausführlich darüber debattiert.

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    Tags:
    Migranten, Fußball-Club Fermana, Euronews, Boko Haram, Angelino Alfano, Emmanuel Chidi Namdi, Mittelmeer, Nigeria, Italien