09:43 07 Dezember 2019
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    Karibik-Idylle bedroht: Fliegende Mutanten verteidigen Kaimaninseln gegen Zika-Virus

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    Die Behörden der Kaimaninseln, des britischen Überseegebiets in der Karibik, setzen genmanipulierte Mücken zur Bekämpfung der Zika-, Denguefieber- und Chikungenyafieber-Erreger ein, wie die Prensa Latina-Agentur meldete.

    Wissenschaftler wollen mehrere Millionen Mutanten-Mücken der Art Aedes aegypti männlichen Geschlechts, den Überträger der Viren in über als 60 Ländern, freilassen. Die Männchen würden nicht stechen und seien unfruchtbar. Zuvor nutzten brasilianische Spezialisten genmanipulierte Insekten, um die Verbreitung gefährlicher Infektionen zu verhindern.

    Zwar gelang es den Kaimaninseln für lange Zeit, ihr Territorium von Zika frei zu halten, doch zuletzt hatten die Behörden zwei Zika-Krankheitsfälle gemeldet. Dabei handelt es sich um aus anderen Ländern importierte Viren. Bislang fehlen jedwede Informationen über Ansteckungen auf den Inseln. Die örtlichen Behörden empfehlen den Einwohnern jedoch Vorbeugungsmaßnahmen, um das Erkrankungsrisiko zu minimalisieren.

    Im April hatte die russische Verbraucherschutzaufsicht „Rospotrebnadsor“ gemeldet, dass Zika bereits in 50 Ländern aufgetaucht wäre. Seit dem Ausbruch der Seuche hat es in Argentinien, Chile, Neuseeland, den USA, Frankreich, Italien, Kanada, Peru und Portugal insgesamt 16 Fälle der Übertragung der Zika-Infektion durch Geschlechtsverkehr gegeben.

    Am schwersten ist die Situation in Brasilien, wo seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie 7.343 Fälle von Mikrozephalie und neurologischen Störungen bei Neugeborenen, darunter 267 Fälle mit tödlichem Ausgang, registriert wurden.

    2015 gelangte der Virus aus Afrika und Asien nach Südamerika und verbreitete sich rasend schnell über den Kontinent. Die Ansteckung erfolgt durch die Denguemücke (auch Gelbfiebermücke) – das Insekt überträgt auch das Dengue-Fieber, den Chikungunya-Virus und das Gelbfieber.

    Die Erkrankten leiden unter hohem Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost. Wegen des sich in Süd- und Nordamerika ausbreitenden Zika-Virus rief die Weltgesundheitsorganisation WHO am 1. Februar den globalen Gesundheitsnotstand aus.

    Bislang gibt es weder Medikamente noch einen Impfstoff gegen Zika. Die beiden Pharmariesen Glaxosmithkline und Sanofi arbeiten noch an der puren Möglichkeit einer Impfstoffproduktion.

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    Tags:
    Kaiman, Zika-Virus, Großbritannien