18:54 15 Dezember 2019
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    Als Putze getarnt: Israelischer Reporter schmuggelte „Bomben“ in Flugzeuge

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    A321-Absturz über Sinai (104)
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    Der israelische Journalist David Suleiman hat Bombenattrappen an Bord mehrerer Flugzeuge gebracht und somit das Vorgehen von Terroristen wiederholt, die 2015 einen russischen Airbus A321 über der Sinai-Halbinsel gesprengt hatten, wie die Zeitung The Times оf Israel unter Verweis auf Channel 2 TV report Sunday berichtet.

    Unter dem Deckmantel eines Aufräumers soll er sich mit gefälschten Papieren am Flughafen von Tel Aviv eingeschlichen und Zugang praktisch zu allen Räumen, darunter auch zu den Fluggästen verschlossenen Zonen, erhalten haben. Nach eigenen Angaben konnte sich der Reporter innerhalb von nur zwei Tagen Bombenattrappen an Bord von zwölf Flugzeugen bringen und sich auf dem Flughafengelände sogar freier bewegen, als dies in den entsprechenden Vorschriften vorgesehen ist. 

    Wie Seleiman sagte, war für ihn praktisch jedes beliebige Flugzeug zugänglich. Er konnte sogar bei der Gepäckbeladung helfen, ohne dabei beim Sicherheitsdienst Verdacht zu erregen. Die Sicherheitskräfte sollen seine Aktivitäten völlig ignoriert haben.   

    Der Journalist filmte, wie er Limonadenflaschen (ähnlich einer Bombenattrappe — Anm. d. R.) an Bord mehrerer Maschinen bringen konnte. Der Sicherheitsdienst des Flughafens brauchte zwei Tage, um das Vorgehen des Reporters aufzudecken.    

    Die Flughafen-Verwaltung teilte daraufhin mit, dass sie alle möglichen Anstrengungen unternehme, um derartige Zwischenfälle in Zukunft zu unterbinden. Gegen David Suleiman wurde bei der Polizei Anzeige erstattet. 

    Die bisher schwerste Katastrophe in der Geschichte der sowjetischen bzw. russischen Zivilluftfahrt hatte sich am 31. Oktober 2015 ereignet. Der Airbus A321 der Fluggesellschaft Kogalymavia, der von Scharm al-Scheich nach Sankt Petersburg unterwegs war, stürzte über der Halbinsel Sinai ab. Niemand von den 224 Insassen überlebte. Nach Angaben des russischen Sicherheitsdienstes FSB war die Katastrophe durch einen Sprengstoffanschlag verursacht worden.

    Am 16. Juni 2016 hatte der US-Geheimdienst erklärt, die ägyptische Gruppierung „Ansar Beit al-Makdis“, die mit der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) sei der Drahtzieher des Terroranschlages. 

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    Airbus A321, Kogalymavia, Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB), Channel 2 TV report Sunday, Zeitung The Times оf Israel, Ansar Beit al-Makdis, Terrormiliz Daesh, Russland