04:47 28 Oktober 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Seit langem schon dient der Comer See in der Lombardei gestressten Berühmtheiten als idyllischer Zufluchtsort. Nun entdecken auch Flüchtlinge in ihrer Not das Ferienparadies für sich, wie die britische „The Sun“ berichtet.

    Die Stadt Como platzt aus allen Nähten: Seitdem die Schweiz ihre Grenze zu Italien geschlossen hat, um dem Flüchtlingszustrom ein Ende zu setzen, hat allein die örtliche Diözese mehr als 2.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die lokalen Wohltätigkeitsorganisationen schaffen es inzwischen nicht mehr, jeden ankommenden Flüchtling zu versorgen und unterzubringen.

    In dieser verzweifelten Lage hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, den lokalen Bahnhof in eine Zeltstadt für Migranten zu verwandeln. Hunderte Flüchtlinge, die auf dem weiteren Weg in die Länder Nordeuropas durch geschlossene Grenzen gehindert werden, haben in den Zelten eine vorübergehende Bleibe gefunden. Doch die Zahl der Neuankömmlinge steigt unablässig. Viele von ihnen übernachten unter freiem Himmel in den Stadtparks, ohne die Hoffnung auf einen ortskundigen Schleuser durch die Schweizer Alpen aufzugeben.

    Indes sieht die Mehrheit der Europäer in dem Zustrom der Einwanderer eine erhöhte Gefahr für Europa, wie das US-amerikanische Meinungsforschungsinstitut „The Pew Research Center“ in seiner jüngsten Umfrage festgestellt hat. Die Erhebung sei in Ländern durchgeführt worden, in denen insgesamt 80 Prozent der europäischen Bevölkerung leben, heißt es im Artikel.

    Die Migration erhöhe das Risiko von Terroranschlägen, meint mehr als die Hälfte der Befragten. Vor allem die Umfrageteilnehmer aus Ungarn und aus Polen sehen das so – 76 respektive 71 Prozent. In Deutschland, das die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat, befürchten 61 Prozent der Befragten ein steigendes Bedrohungsrisiko im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszustrom. In Italien stimmen dem 60 und in Großbritannien 52 Prozent der Teilnehmer zu.

    In Frankreich jedoch, das im vergangenen Jahr am meisten unter Terroranschlägen gelitten hat, teilen 51 Prozent der Befragten diese Einschätzung nicht.

    Ein großer Teil der Europäer sorgt sich auch um die veränderte wirtschaftliche Situation im Zusammenhang mit der Einwanderung. Sie empfinden die Aufnahme von Flüchtlingen als Last, weil diese die sozialen Sicherungssysteme beanspruchen könnten. Insbesondere die Einwohner Osteuropas fürchten, dass die Migranten ihre Arbeitsplätze wegnehmen.

    Zudem zeigt die Erhebung eine Zunahme der Islamophobie unter den Europäern. Unter den Einwohnern Europas überwiege die Tendenz dazu, die kulturelle und ethnische Vielfalt als einen „negativen Faktor“ wahrzunehmen, stellt das Meinungsforschungsinstitut fest.

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    Tags:
    Flüchtlingsproblem, Comer See, Schweiz