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    Französische Polizei am Anschlagsort in Nizza

    Bürgermeister von Nizza: „Es mangelt uns schon lange eklatant an Polizeikräften“

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    Anschlag von Nizza (111)
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    Nizza verspürt schon seit langem einen großen Mangel an Polizeikräften, sagte der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt, Philippe Pradal, gegenüber Sputnik France.

    „Nizza hat seit langem einen Mangel an Polizisten verspürt, es kamen keine neuen hinzu. Unsere Befürchtungen in Bezug auf eine mögliche Gefahr für die Stadtbewohner sind bedauerlicherweise Wirklichkeit geworden. Wir leben ja in einer Touristikzone, die der Gefahr ausgesetzt ist“, so der Bürgermeister.

    „Die Stadt ist am heutigen Morgen nach dem Schlag erwacht. Wer schlafen konnte, ist in voller Verzweiflung: Nun leben wir in einer Stadt, die in der Nacht auf Freitag nicht nur eine Erschütterung  erlebt hat, sondern auch die Solidarität gezeigt hat, nicht zu erlauben, sich zerstören zu lassen. Wir trauern um die Opfer, sind aber auch solidarisch“, sagte er auf die Frage, wie Nizza den Schmerz nach dem jüngsten Terroranschlag verarbeitet.

    In Bezug darauf, ob die Auslandsfinanzierung der Moschee in Nizza den Radikalismus bei Jugendlichen im Süden Frankreich fördert, sagte Pradal: „Die Situation ist nicht so einfach. Wir haben mit Christian Estrosi (dem Präsidenten der Region Provence-Alpes-Coted'Azur – Anm. d. R.) die Frage klar formuliert und gestellt: Ob man die Situation um die Finanzierung dieser religiösen Institution klären kann und welche Folgen dies für die Ausbildung der Jugendlichen haben kann. Wir sind aber nicht sicher, dass der Staat uns gehört hat.“

    Seiner Auffassung nach muss die Ausbildung in religiösen Institutionen unabhängig von den Konfessionen den Prinzipien der Republik entsprechen. 

    „Ich glaube nicht, dass die Finanzierung durch einen fremden Staat, der nicht gerade für sein Bekenntnis zur Weltlichkeit und zu den Prinzipien der Republik bekannt ist, das beste Mittel ist, dieses Ziel zu erreichen“, sagte er abschließend. 

    Während der Feiern zum französischen Nationalfeiertag war am späten Donnerstagabend in Nizza ein Lastwagen zwei Kilometer weit in eine Menschenmenge gerast. In dem Lastwagen wurden Feuerwaffen und Granaten gefunden, letztere erwiesen sich später als nicht funktionstüchtig. Der LKW-Angreifer eröffnete mit einer Pistole das Feuer, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Nach jüngsten Angaben sind bei dem Anschlag 84 Menschen ums Leben gekommen, über 100 wurden verletzt, Dutzende davon schwer. Frankreichs Präsident bezeichnete die Tat als „terroristisch“ und ordnete Staatstrauer an.

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    Polizei, Christian Estrosi, Philippe Pradal, Frankreich