14:44 04 August 2020
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    Der neue Außenminister Großbritanniens, Boris Johnson, ist sicher nicht auf den Mund gefallen. Er hat wohl jeder politischen Persönlichkeit einen Beinamen gegeben – von Barack Obama bis Recep Tayyip Erdogan. Die Persönlichkeitsbewertungen des Brexit-Befürworters, die überhaupt nicht diplomatisch klingen, in einem Washington Post-Überblick.

    Hillary Clinton – Sadistische Krankenschwester

    Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton
    © REUTERS / David Becker
    Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton

    Als Johnson noch als Journalist tätig war, schrieb er in einem Artikel von „Daily Telegraph“, dass die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton “gefärbte blonde Haare und einen Schmollmund und ein strahlhartes blaues Starren, wie eine sadistische Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt“ habe.

    Obama – Halb-Kenianer

    Ex-US-Präsident Barack Obama
    © REUTERS / Carlos Barria
    Ex-US-Präsident Barack Obama

    Nach der Entfernung der Büste des ehemaligen britischen Premierministers Winston Churchill schrieb der Ex-Bürgermeister von London in einer Sun-Spalte, dass Obama damit seine Missachtung gegenüber dem Britischen Reich zeigte.

    "Mancher sagt, die Aktion war ein Indiz für die angestammte Abneigung des halbkenianischen Präsidenten gegenüber dem britischen Königreich“, schrieb Johnson.

    Erdogan und die Ziege

    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan
    © AFP 2020 / OZAN KOSE
    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

    In einer Solidaritätsaktion der britischen Konservativen- Zeitschrift „The Spectator“ mit dem deutschen Satiriker Jan Böhmermann belegte Johnson den ersten Platz für seinen Limerick über den türkischen Präsidenten. Das Schmähgedicht lautete etwa so:

    „Es gab einen jungen Typen in Ankara
    Der war ein begnadeter Wichser
    Bis er sich die Hörner abstieß
    Mithilfe einer Ziege
    Aber er hat ihr nicht mal gedankt“.

    Afrikaner –Kleine Neger mit Wassermelone-Smileys

    Afrika
    © Flickr / Ryan Kilpatrick
    Afrika

    In einem Zeitschrift-Artikel 2002 bezeichnete Boris Johnson die Bevölkerung von Afrika als „picaninnies“, ein herabwürdigendes Wort aus der britischen Kolonialepoche, das sich ungefähr mit Aborigine-Babies oder Negerbabies übersetzen lässt. Der Ausdruck ist stark rassistisch geprägt. Johnson fügte noch hinzu, dass die Afrikaner „Smileys wie Wassermelonen“ haben. Dafür musste sich Johnson sechs Jahre später entschuldigen.

    Welche Beziehungen der neue Außenminister Großbritanniens zu diesen und vielen anderen Politikern hat, können wir nur ahnen. Jedenfalls scheint die Wahl von Theresa May etwa überraschend zu sein. Die Ernennung Johnsons zum Chef dieses Ministeriums kann nur deshalb logisch sein, weil May zuvor versprochen hatte, diesen Posten einem Politiker zu geben, der für den Austritt Großbritanniens aus der EU geworben hatte.

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    Tags:
    Boris Johnson, Recep Tayyip Erdogan, Hillary Clinton, Barack Obama, Großbritannien