07:20 16 Juni 2019
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    Situation am Flughafen von Istanbul

    Nach Putschversuch: Russland fliegt wieder in die Türkei

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    Russland nimmt am Freitag den Luftverkehr mit der Türkei wieder auf, wie die russische Luftfahrtbehörde Rosaviazija mitteilt.

    „Russische Fluggesellschaften fliegen wieder in die Türkei, nachdem die türkische Seite uns versichert hat, dass sie alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen für russische Bürger – nicht nur auf Flughäfen, sondern auch auf dem ganzen türkischen Staatsgebiet – ergriffen habe“.   

    Das russische Verkehrsministerium bestätigte diese Angaben. Der größte russische Beförderer Aeroflot verkaufe bereits wiederFlugtickets nach Istanbul und Antalya.

    Russland hatte am 16. Juli nach dem gescheiterten Putschversuch alle Flüge in die Türkei annulliert. Der Umsturzversuch ist aber nicht das einzige, was bei Russen Besorgtheit hervorruft.   

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief am Donnerstag für drei Monate den Ausnahmezustand für sein Land aus. Der versuchte Staatsstreich sei "vielleicht noch nicht vorbei", es könne weitere Pläne geben, so Erdogan. Der Ausnahmezustand sei darum notwendig, um alle Elemente entfernen zu können, die in den Putschversuch verstrickt sein können.

    In der Nacht auf den 16. Juli gab es in der Türkei einen Putschversuch, der von einem kleinen Teil des Militärs ausgegangen sein soll. Gegen 23 Uhr MESZ erklärten die Putschisten, sie hätten die Macht im Lande übernommen. Im Verlauf der Nacht wurde die türkische Hauptstadt von zwei Explosionen erschüttert. Auf den Präsidentenpalast wurde eine Bombe abgeworfen.

    Zeitweise hatten die Putschisten mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Am Morgen schienen die regierungstreuen Kräfte jedoch die Oberhand gewonnen zu haben: Die meuternden Militärs begannen sich zu ergeben, mehr als 100 Putschisten wurden getötet.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte daraufhin den Putschversuch für gescheitert. Bei dem Umsturzversuch kamen mehr als 290 Menschen ums Leben, über 1.500 wurden verletzt. In Ankara und Istanbul wurden mehr als 6.000 mutmaßliche Putschisten festgenommen, unter ihnen auch ranghohe Militärs.

    Am 28. Juni hatten sich drei Explosionen am internationalen Terminal des Istanbuler Flughafens ereignet. Drei Angreifer schossen um sich und verübten Selbstmordattentate. Nach Angaben von Al-Monitor stammten mindestens zwei der Attentäter aus Zentralasien, wahrscheinlich aus Usbekistan und Kirgistan, und sind mit halbautonomen Zellen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, Daesh) verbunden, die sich nicht völlig dem einheitlichen IS-Kommando unterordnen. Verschiedenen Quellenangaben zufolge sind mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen, darunter 19 Ausländer. 239 Menschen wurden verletzt.

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    Tags:
    Wiederaufnahme, Luftverkehr, Putschversuch, Terrormiliz Daesh, Rosaviazija, Recep Tayyip Erdogan, Kirgistan, Usbekistan, Russland, Türkei