11:49 22 September 2020
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    Putschversuch in der Türkei (231)
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    Istanbul will einen Friedhof für getötete Putschisten einrichten, wie die Zeitung Hurriyet Daily News unter Berufung auf den Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbas meldet.

    „Ich habe angewiesen, ein Gelände zu diesem Zweck bereitzustellen und das dann ‚Friedhof der Verräter‘ zu nennen. Die Passanten sollten so die dort Begrabenen verfluchen können“, erklärte Topbas den Vorstoß. „Jeder, der den Ort besucht, wird sie verfluchen. Sie werden nicht einmal in den Gräbern Ruhe finden.“ 

    Laut dem Bürgermeister hatten sich die Behörden der Provinz Ordu in der Schwarzmeer-Region der Türkei zuvor geweigert, Grabplätze zur Beerdigung der getöteten Putsch-Unterstützer bereitzustellen. Die Familie eines der Putschisten war ihm zufolge aus diesem Grund sogar gezwungen, ihren Verwandten im eigenen Garten zu begraben. 

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass Ankara die Europäischen Menschenrechtskonvention für die Geltungsdauer des Ausnahmezustandes aussetzen werde. 

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief am Donnerstag für drei Monate den Ausnahmezustand für sein Land aus. Der versuchte Staatsstreich sei "vielleicht noch nicht vorbei", es könne weitere Pläne geben, so Erdogan. Der Ausnahmezustand sei darum notwendig, um alle Elemente entfernen zu können, die in den Putschversuch verstrickt sein können.

    In der Nacht auf den 16. Juli gab es in der Türkei einen Putschversuch, der von einem kleinen Teil des Militärs ausgegangen sein soll. Gegen 23 Uhr MESZ erklärten die Putschisten, sie hätten die Macht im Lande übernommen. Im Verlauf der Nacht wurde die türkische Hauptstadt von zwei Explosionen erschüttert. Auf den Präsidentenpalast wurde eine Bombe abgeworfen.

    Zeitweise hatten die Putschisten mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Am Morgen schienen die regierungstreuen Kräfte jedoch die Oberhand gewonnen zu haben: Die meuternden Militärs begannen sich zu ergeben, mehr als 100 Putschisten wurden getötet.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte daraufhin den Putschversuch für gescheitert. Bei dem Umsturzversuch kamen mehr als 290 Menschen ums Leben, über 1.500 wurden verletzt. In Ankara und Istanbul wurden mehr als 6.000 mutmaßliche Putschisten festgenommen, unter ihnen auch ranghohe Militärs.

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    Beerdigung, Putschversuch, Recep Tayyip Erdogan, Kadir Topbas, Türkei