06:41 20 Oktober 2018
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    Französischer Rafale-Kampfjet in Gulfeine Frau mit Kind, Syrien (Symbolbild)

    Damaskus: Paris‘ Rache für Nizzas Tote? - Doppelte Opferzahl in syrischem Dorf

    © AFP 2018 / Karim Sahib © AFP 2018 / Yasin Akgul
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    Situation in Syrien (2016) (852)
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    Der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschafari hat die französische Luftwaffe für den Tod von Zivilisten im Dorf Tohar im Norden des Landes beschuldigt. Frankreich soll die Ortschaft aus Rache für den Terroranschlag von Nizza angegriffen haben, obwohl zum Zeitpunkt des Angriffs keine IS-Kämpfer mehr dort gewesen seien.

    „Frankreichs Luftwaffe hat das Dorf zerbombt, was zum Tod zahlreicher Menschen geführt hat – zweimal so vieler wie nach dem Anschlag von Nizza. Der französische Präsident wollte sich für das, was in Nizza passiert ist, rächen und tötete dabei 164 Zivilisten in dem Dorf“, sagte al-Dschafari bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates.

    Dem syrischen Diplomaten zufolge befanden sich früher tatsächlich IS-Kämpfer in dem Dorf, doch verließen sie es nach der Erklärung des französischen Präsidenten Francois Hollands, sich für den Anschlag von Nizza zu rächen.

    Daraufhin wandte sich der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin mit der Bitte an die französische Seite, die Situation zu klären. Aber der französische Diplomat François Delattre soll einen Kommentar zu diesen Angaben verweigert haben. Die US-Botschafterin Samantha Power soll ihrerseits erklärt haben, Washington und seine Verbündete seien bereit, die Verantwortung für den Vorfall zu übernehmen, sollten sich die Informationen bestätigen.

    Diese erregte Ärgernis bei Tschurkin: „Es gibt also keine US-Drohnen, keine US-Spezialeinsatzkräfte in Syrien, keine Spezialkräfte der Verbündeten, keine Satelliten, es gibt keine Videoaufnahmen, die alle modernen Bomber machen, wenn sie Angriffe fliegen. Ich kann nicht glauben, dass die militärische Lage der US-angeführten Koalition dermaßen im Argen liegt“, sagte Tschurkin bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Dabei äußerte der russische Diplomat, so werde man die Wahrheit nie erfahren.

    Zuvor hatte das syrische Außenministerium von der Uno verlangt, den Luftangriff vom 19. Juli, infolge dessen Kinder, Frauen und ältere Menschen ums Leben gekommen waren, zu verurteilen. Im UN-Sekretariat erklärte man darauf, sie seien nicht in der Lage, der die Verantwortung dafür trage.

    Während der Festlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag war am 14. Juli in Nizza ein Großlaster zwei Kilometer weit in eine Menschenmenge gerast. Bei dem Anschlag kamen 84 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt, Dutzende davon schwer. Frankreichs Präsident bezeichnete die Tat als „terroristisch" und ordnete Staatstrauer an.

    Die Terrormiliz Daesh bekannte sich zu beiden Taten.

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    Tags:
    Luftangriff, Anschlag, Opfer, Zivilisten, UN-Sicherheitsrat, Witali Tschurkin, Baschar al-Dschafari, Nizza, Syrien