10:31 24 November 2017
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    Lasius flavus

    Angriff auf die Insel: Super-Ameise gefährdet Großbritannien

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    Super-Ameisen bedrohen das Ökosystem der britischen Inseln. Das haben Forscher der York-University in einer Studie festgestellt, wie das Wissenschaftsportal „EurekAlert!“ berichtet. Das wahre Ausmaß der Insekten-Invasion kann größer ausfallen als bislang angenommen.

    Was dem Lasius neglectus im Vergleich zu einer gewöhnlichen Ameise an Körpergröße fehlt, macht er durch seine Tüchtigkeit wieder wett: Die winzigen Insekten bauen gigantische Kolonien mit unzähligen Muttertieren und kilometerlangen Tunneln zwischen den Nestern. Auf diese Weise verdrängt der Zwerg die einheimischen Insektenarten, die vorwiegend in den Gärten siedeln.

    Die Super-Krabbeltierchen stammen ursprünglich aus dem Nahen Osten. Zwar sind sie inzwischen in ganz Eurasien anzutreffen, auf die britischen Inseln schafften sie es erst in 2009 – in dem Jahr wurden sie erstmals in einem Garten in Gloucestershire entdeckt. Später tauchten sie an sechs weiteren Orten in Großbritannien auf, unter anderem in einem Londoner Vorort. Fünf Jahre später sind die Lasii neglecti in der Grafschaft Cambridgeshire, 160 Kilometer östlich der Hauptstadt, in Erscheinung getreten. In diesem Jahr ist die Super-Ameise an der englischen Südküste gesehen worden.

    Auf der Grundlage der Verbreitungsgeschwindigkeit haben die Forscher den Einfluss des Eindringlings auf das Ökosystem Großbritanniens gemessen. Das Ergebnis: Lasius neglectus verdrängt andere Ameisenarten. Bislang siedeln sie nur in Gärten und Gewächshäusern. Doch die Biologen warnen, dass sie auch in wilder Natur bestens zurechtkommen.

    Tags:
    Kolonie, Insekten, Insel, Großbritannien
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