03:18 23 Januar 2018
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    Donbass: Priester schmuggelte Granaten „zur Erinnerung“

    © Stanislav S. Yanchenko
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    Ukrainische Polizeibeamte im Donbass haben bei einem Priester zwei Granatenwerfer und fünf Granaten beschlagnahmt, wie der Chef der ukrainischen Polizeiverwaltung, Wjatscheslaw Abroskin, in seinem Facebook-Account mitteilte. Der Geistliche wollte die Waffen angeblich als Andenken aus der Kampfzone herausschmuggeln.

    Der Vorfall ereignete sich in der ostukrainischen Siedlung Mangusch. Bei der Durchsuchung des Kleinbusses wurden Abroskin zufolge fünf Granaten und zwei reaktive Panzerbüchsen entdeckt.

    „Der Besitzer des Waffenarsenals ist ein Priester, geboren 1969. Er ist heute per Anhalter aus Wolnowacha ins Gebiet Tscherniwzi gefahren", so Abroskin auf seiner Facebook-Seite.

    Der Priester selbst äußerte, die Waffen „als Erinnerung an Militärs" im Donbass mitgenommen zu haben.

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem nationalistischen Umsturz im Februar 2014 in Kiew ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Nach jüngsten Angaben der Uno hat der Konflikt bisher mehr als 9400 Menschenleben gefordert. Die Regelung der Lage in Donbass wird unter anderem bei den Treffen der Kontaktgruppe in Minsk behandelt, die seit September 2014 drei Dokumente verabschiedet hat, die Maßnahmen zur friedlichen Beilegung des Konflikts, darunter auch den Gefangenenaustausch und die Suche nach Vermissten. Aber auch nach Vereinbarung der Waffenruhe gibt es immer wieder Schusswechsel zwischen den Konfliktparteien.

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    Tags:
    Waffen, Granate, Priester, Donbass, Ukraine