03:28 05 Juni 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Da es in einer für 400.000 Euro frisch renovierten Asylunterkunft im nordrhein-westfälischen Meschede gestunken haben soll und nicht alle Badezimmer offen gewesen seien, sind mehrere Dutzend Flüchtlinge auf eigene Kosten in die Erstaufnahmestelle in Bad Berleburg zurückgekehrt, berichtet WAZ.

    Eine Gruppe von rund 40 Flüchtlingen aus Syrien und Irak soll sich am Montag in Meschede der Unterbringung in einer ehemaligen Schule widersetzt haben, da die Unterkunft nicht ihren Vorstellungen entsprochen habe. Dabei sei das Heim unlängst für mehr als 400.000 Euro frisch renoviert worden.

    Während die Polizei alarmiert wurde, sollen die unzufriedenen Migranten auf eigene Kosten einen Bus bestellt haben und wieder zurück nach Bad Berleburg gefahren sein. Nach Angaben des Busfahrers hatten die Flüchtlinge sogar für eine zweistündige Wartezeit extra gezahlt, da es auf dem Weg zu einem groß angelegten Polizeieinsatz mit Tumulten gekommen ist.

    In einem Gespräch mit der WAZ begründeten die Asylbewerber ihre spontane Abreise aus Meschede mit „menschenunwürdigen Zuständen“, die angeblich in der Unterkunft herrschen würden.

    Es soll dort gestunken haben, zudem seien WC und Badezimmer teilweise geschlossen und auch nicht immer geöffnet gewesen sein. Im Großen und Ganzen sei eine solche Unterkunft „vielleicht für Tiere geeignet, aber nicht für Menschen“, erklärten sie.

    „Einige wären bereit, auf der Straße zu bleiben oder auch wieder in unsere Länder zu gehen und dem Krieg ausgesetzt zu sein, aber nicht wieder nach Meschede“, so die Flüchtlinge.

    Nach einer Überprüfung der Unterkunft sei aber „nichts Dramatisches“ festzustellen gewesen, teilte später Benjamin Hahn, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg dem Blatt mit. Das Benehmen der Flüchtlinge sei daher nicht nachvollziehbar, betonte er.

    „Flüchtlinge, welche die Einrichtung auf eigene Verantwortung dauerhaft verlassen, verstoßen gegen ihre Wohnsitz-Verpflichtung und gefährden damit den schnellen und sicheren Ablauf ihres Asylverfahrens“, erklärte die Behörde gegenüber der Zeitung.

     

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    Tags:
    Flüchtlingsheim, Migranten, Meschede, Nordrhein-Westfalen, Syrien, Irak, Deutschland