13:24 27 November 2020
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    Putschversuch in der Türkei (231)
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich vor Allah und dem Volk des Landes dafür entschuldigt, dass er früher die Anhänger des islamischen Oppositionspredigers Fethullah Gülen unterstützt hatte und „das wahre Gesicht des Verräters nicht rechtzeitig erkennen konnte“, wie die Zeitung The Hürriyet Daily News berichtet.

    „Trotz aller unserer Zweifel bezüglich ihres Anführers (Gülen – Anm. d. Red.) habe ich diese Menschen aus Respekt vor ihrer Bildung und vor ihren für die Gesellschaft nützlichen Handlungen sowohl innerhalb des Landes als auch im Ausland ertragen. Wir haben sie tolerant behandelt, weil sie im Namen des Islams agiert haben“, zitiert das Blatt Erdogan.

    Oppositioneller muslimischer Prediger Fethullah Gülen
    © REUTERS / Zaman Daily via Cihan News Agency
    Zudem hob er hervor, dass es in der Türkei immer noch diejenigen gebe, die nicht an eine Beteiligung der Anhänger von Gülen am Putsch glauben würden. Im Land ersetzte dem türkischen Präsidenten zufolge die „Ära des Kampfes“ die „Ära der Verdächtigungen“.

    „Ich sage es offen: Ab jetzt werden sich diejenigen, die dem Blödsinn dieses in Pennsylvania lebenden Terroristenanführers Gehör schenken, im Voraus dem zustimmen, was sie später erwartet“.

    In der Nacht zum 16. Juli wurde in der Türkei ein Putschversuch unternommen, den die Behörden aber schnell unterdrückt haben. Jüngsten Angaben zufolge sollen bei den Zusammenstößen, deren Zentren Istanbul und Ankara wurden, 246 türkische Bürger, die Putschisten nicht mitgerechnet, den Tod gefunden und mehr als 2100 Menschen Verletzungen erlitten haben. Medienberichten zufolge haben nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei rund 60.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Betroffen seien Militärs, Polizisten, Richter, Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen sowie Staatsbedienstete.

    Die Behörden der Türkei beschuldigten Gülen, in den Putsch verwickelt zu sein, und forderten von den USA dessen Auslieferung. Gülen selbst hatte damals den Putsch verurteilt und erklärt, nichts damit zu tun zu haben. Er sagte auch, dass er eine Auslieferung an die Türkei nicht fürchte.

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    Tags:
    Putschversuch, Fethullah Gülen, Recep Tayyip Erdogan, Türkei