08:34 21 Februar 2017
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    Menschen nach der Attacke in Nizza

    Ex-Kämpfer lüftet IS-Pläne: Blutbad in mehreren EU-Ländern gleichzeitig

    © REUTERS/ Pascal Rossignol
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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Die Terrormiliz Daesh (auch „Islamische Staat“, IS) hat eine Anschlagsserie in Großbritannien, Frankreich und Deutschland gleichzeitig geplant, wie der ehemalige IS-Kämpfer Harry Sarfo im Interview mit The New York Times mitteilte.

    Sobald Sarfo in Syrien eingetroffen sei, sollen die IS-Anwerber mit ihm Kontakt aufgenommen und ihn dazu aufgerufen haben, nach Europa zurückzukehren.

    „Er (ein Anwerber – Anm. d. Red.) sprach ganz offen über die Situation. Er sagte, sie hätten viele Menschen, die in europäischen Länder leben und auf Befehle zum Angriff auf Europäer warten“, so Sarfo. „Das war noch vor den Anschlägen von Brüssel und Paris“.

    Der vermummte IS-Kämpfer soll außerdem erklärt haben, dass die Terrormiliz, obwohl sie in einigen europäischen Länder gut aufgestellt sei, sie mehr potentielle Terroristen vor allem in Deutschland und Großbritannien bräuchte.

    ​„Sie sagten: ‘Hättest du nichts dagegen, nach Deutschland zurückzukehren, weil wir das derzeit am meisten brauchen?’, so Sarfo. „Sie haben stets gesagt, sie würden ganz gerne etwas gleichzeitig verüben: Sie wollen ganz viele Attacken gleichzeitig in England, Deutschland und Frankreich“.

    Sarfo war nach eigenen Worten schnell von dem IS enttäuscht, floh über die Türkei und wurde daraufhin am Flughafen Bremen festgenommen. Derzeit verbüßt er eine dreijährige Freiheitsstrafe wegen Terrorismus.

    In der Nacht auf Donnerstag hatte ein 19-Jähriger am Russell Square mit einem Messer auf Passanten eingestochen. Eine etwa 60 Jahre alte, aus den USA stammende Frau wurde dabei getötet, fünf weitere Menschen verletzt. Ein terroristischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, doch erste Indizien sprächen dafür, dass die „psychische Verfassung“ des Täters eine große Rolle in dem Fall spiele, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen.

    Die Terrormiliz Daesh stellt heute eine der größten Bedrohungen für die Weltsicherheit dar. Die Daesh-Kämpfer haben in den drei zurückliegenden Jahren große Gebiete des Irak und Syriens besetzt und versuchen jetzt, ihren Einfluss auf Nordafrika, besonders Libyen, auszudehnen. Nach unterschiedlichen Schätzungen erstrecken sich die vom Daesh kontrollierten Gebiete, in denen ein „islamisches Kalifat“ ausgerufen wurde, über insgesamt 90.000 Quadratkilometer.

    Themen:
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)

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    Tags:
    Messerangriff, Anschlagserie, Terrormiliz Daesh, Großbritannien, Deutschland, Frankreich
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Es wird noch kommen ! Der Westen hat es erfolgreich importiert !
    • Älex löw
      Tschechen machens Richtig, mehr waffen für Tschechische Bürger, somit können sie sich selbst verteidigen, ausserdem nehmen sie wieso wenig auf, "president ist ein Christ und kein Jude wie in Amerika, Deutschland, Frankreich, England usw
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      Deutschland glaube ich nicht . Aber grundsätzlich muss man kurz mal innehalten. Also Obama erlaubt Maliki die Sunniten zu entführen und zu töten, dann hilft Amerika und Europa mit. Wer sich wehrt wird für geisteskrank erklärt. Die Medien stützen Obamas Ansicht. Und man zeigt sich empört, wenn ein Anschlag in Europa stattfindet. Ist das so richtig ? Und die Freihandelsabkommen sichern Großbritanien, oder ?
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      otto-remagen
      Ist doch eine alte Kamelle ! Polizei und Armee trainieren schon den Selbstschutz ! Im nahen Osten , Afrika und Asien gibt es noch einige Staaten wo die Nato noch nicht präsent ist und gebombt hat . Dort ist noch ein riesen Potential für Flüchtlinge und mit ihnen einfallende militärische Spezialeinheiten dieser Länder. Die sind bestens ausgebildet und im Kampf erprobt . Da können deutsche Sicherheitskräfte nur noch wegtreten .
    • ropri
      Die heutige Politik besteht hauptsächlich aus Angstschüren, bis der letzte der Bundesbürger nach einem Polizeistaat ruft!
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