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    Russland setzt Militärtechnik im Kampf gegen Milzbrandepidemie ein

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    Das russische Verteidigungsministerium hat die neusten Drohnen des Typs „Orlan“ im Kampf gegen den ersten Milzbrand-Ausbruch seit 75 Jahren auf der Halbinsel Jamal eingesetzt. Ein zwölfjähriger Junge ist bereits an den Folgen der Krankheit gestorben und 90 Infizierte werden zurzeit im Krankenhaus behandelt.

    Die Drohnen des Typs „Orlan“ sollen neben bereits eingesetzten 30 Technikeinheiten, 250 Soldaten und vier Hubschraubern des Typs MI-8 gegen die weitere Ausbreitung von Milzbrand kämpfen, wobei sie die Verkehrsmittel und Gebäude der unter Quarantäne stehenden Region desinfizieren sollen. Die Seuchenexperten haben zuvor begonnen, Rentiere zu impfen sowie die toten Tierkörper zu verbrennen. Das Ausbruchsgebiet wurde inzwischen weiträumig abgesperrt.

    Zurzeit versuchen Wissenschaftler, die Ursachen des Milzbrand-Ausbruches in der Region festzustellen. Als Hauptgrund gilt zurzeit der Klimawandel. Der Leiter der Energieabteilung von Greenpeace Russland, Wladimir Tschuprow, vermutet, dass es im tiefgefrorenen Boden Kadaver von durch Anthrax-Sporen angesteckten Tieren gebe. Aufgrund des Klimawandels beginne der Frostboden immer schneller auftauen. Im Ergebnis könnten diese Sporen in den Boden geraten und auf diese Weise beginne sich die Infektion wieder zu verbreiten. Dem Forscher zufolge können die Erreger bis zu 100 Jahre im Boden überleben.

    Im Juli herrschte auf der Halbinsel Jamal eine anomale Hitze. Die Temperatur lag in der Region bei 35 Grad Celsius. Durch die hohen Temperaturen könnten so Milzbrandsporen in einem Tierkadaver aktiviert und mit dem Wind verbreitet worden sein.

    Am 25. Juli wurde der Ausnahmezustand über die Halbinsel verhängt, weil bereits mehr als 2000 Rentiere dem Erreger zum Opfer gefallen waren. Die Träger des Anthrax-Erregers sind nach Behördenangaben bisher ausschließlich Rentier-Hirten und ihre Tiere. Aus der gefährlichen Zone wurden mehr als 160 Menschen evakuiert. Der autonome Kreis der Jamal-Nenzen galt seit 1941 als Anthrax-frei.

    Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tiere in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind in erster Linie Paarhufer wie Rinder. Menschen in Industrieländern sind äußerst selten betroffen. Milzbrand-Infektionen beim Menschen sind selten, aber sehr gefährlich. Einmal im Körper, vermehrt sich das Bakterium und bildet gefährliche Gifte, die ernste, lebensbedrohliche Symptome zur Folge haben. Ohne Antibiotika verlaufen fünf bis 25 Prozent der Fälle von Milzbrand tödlich.

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    Tags:
    Forscher, Militärs, Drohnen, Tote, Milzbrand, Greenpeace, Jamal, Russland