23:55 04 Juli 2020
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    Die süd- und nordkoreanischen Sportlerinnen Lee Eun-Ju und Hong Un-Jong haben in Rio ein gemeinsames Selfie gemacht. Laut Medienberichten könnte dieses harmlose Foto nun mit einem Todesurteil für die Nordkoreanerin enden. Im Sputnik-Interview erklärt Koreaspezialist Konstantin Asmolow, wieso solche Gerüchte wohl kaum der Realität entsprechen.

    ​Das Foto der beiden ins Objektiv lächelnden jungen Frauen wurde von dutzenden Medien weltweit schon jetzt als eines der „bedeutendsten Fotos“ der diesjährigen Olympischen Spiele bezeichnet – ein Bild, das die friedensbringende Grundidee der Veranstaltung übermittelt.

    Das britische Boulevardblatt „The Daily Star“ allerdings schrieb, dass die Nordkoreanische Sportlerin Hong Un-Jong nun mit der Todesstrafe rechnen müsse.

    „Daily Star hat diesen gegenstandslosen Kommentar nur mit der Absicht veröffentlicht, um so viele wie möglich Follower an Bord zu holen. Es ist eine offensichtliche Dummheit, die ihnen die westliche Leserschaft aber zweifelsohne abkaufen wird “, so der Experte von der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    Dies erinnere an die Geschichte über den an Hunde verfütterten Onkel von Kim Jong Un, was sich später jedoch als ein Fake ergab.

    „Natürlich ist Nordkorea ein von der Außenwelt recht abgeschottetes Land, doch ein solcher Kontakt mit einer Südkoreanerin wird sicherlich nicht geahndet“, so Asmolow.

    Zudem seien schon ein paar Tage vergangen: Wenn Pjöngjang tatsächlich eine so harte Strafe im Sinne hätte, wie es Daily Star beschreibt, wäre das Mädchen längst zurückgeholt und zur Verantwortung gezogen worden.

    Ebenso gebe es, so der Experte Asmolow, auch in Südkorea das sogenannte „Gesetz über die Nationalsicherheit“, welches strikt jegliche ungebilligten Kontakte mit Nordkoreanern verbietet. Deshalb könnte durchaus auch der südkoreanischen Sportlerin eine Strafe blühen.

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    Tags:
    Todesstrafe, Rio de Janeiro, Nordkorea