00:53 15 Dezember 2018
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    Waldbrände in Portugal

    Waldbrände in Portugal: Ursache “Organisierter Terrorismus” - wenig europäische Hilfe

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    Die Sicherheitskräfte Portugals haben einerseits selbst Fehler im Umgang mit den Waldbränden gemacht, andererseits ist die Hauptursache der heftigen Feuer im Land jedoch Brandstiftung, wie Jaime Marta Soares vom portugiesischen Feuerwehrverband sagte. Er sprach von "einer Welle gut organisierten Terrorismus".

    Kurz nach einem Treffen mit dem Präsidenten Portugals, Marcelo Rebelo de Sousa, erklärte Soares, trotz der von der Feuerwehr bereits eingeräumten Fehlern bei den Löscharbeiten sei die Hauptursache der meisten Brandherde vorsätzliche Brandstiftung.

    Wie eine namentlich nicht genannte, gut informierte Quelle gegenüber Sputnik Brasil im Telefoninterview sagte, seien die Taten "selbst wenn nicht organisiert, so doch wenigstens vorsätzlich" ausgeführt worden. Der Begriff "Terrorismus" werde oft in solchen Situationen gebraucht, um die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Ernsthaftigkeit der Lage zu lenken.

    Offiziellen Angaben zufolge sind 98 Prozent der Feuer im Norden und Zentralportugal vom Menschen ausgelöst worden. Für Soares sind wenigstens 75 Prozent von denen vorsätzlich gelegt worden und damit als Verbrechen zu behandeln.

    Ein 24-jähriger mutmaßlicher "Feuerteufel", der das Feuer verursacht haben soll, welches zu Wochenbeginn die Stadt Funchal auf der Urlaubsinsel Madeira erreichte und dort fünf Todesopfer forderte, ist laut Polizeiangaben bereits verhaftet worden. Gegen ihn werde ermittelt.

    Etwa zwanzig Waldbrände lodern im Süden Portugals, das Feuer breitet sich weiter aus. Die Naturkatastrophe ist auf die andauernde Dürre und Hitze von über 35 Grad Celsius zurückzuführen. Mindestens vier Menschen  kamen bereits  ums Leben, mehr als 300 weitere wurden verletzt. Tausende Feuerwehrleute sind überall im Land im Einsatz, dazu kommen noch Tausende freiwillige Helfer aus Portugal. Auch die Sicherheitsbehörden und Geheimdienste hätten sich bereits eingeschalten. Mehrere junge Verdächtige wurden im Laufe der Woche bereits festgenommen.

    Aufgrund des unkalkulierbaren Ausmaßes wandte sich Portugal auch an die EU mit Bitte um Unterstützung. Das benachbarte Spanien und nahe gelegene Italien sandten sofort Flugzeuge und Hubschrauber. Auch zwei marokkanische Einsatzflieger helfen bei den Löscharbeiten. Trotzdem, so äußerte sich die Ministerin für Staatsleitung, Constança de Sousa, habe man sich "mehr Solidarität von den europäischen Partnern" erhofft. Im Unterschied dazu habe Marokko, welches nicht dem Euroblock angehöre, sofort auf die Bitte Portugals reagiert.

    Und auch Russland sandte auf Bitte des portugiesischen Premiers António Costa zwei Löschflugzeuge Be-200 in das südwest-europäische Land. „Im Auftrag der russischen Regierung und entsprechend einer Anfrage der portugiesischen Seite schickt das Zivilschutzministerium Russlands zwei Amphibienflugzeuge Be-200CS zur Bekämpfung der Waldbrände", hieß es am Freitag aus Moskau.

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    Tags:
    Terrorismus, Hilfe, Waldbrand, Europäische Union, Portugal