17:51 17 Juli 2018
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    Flüchtlingsheim in Hellersdorf, Berlin

    „Kinder-Guillotine“ für Migranten bringt Pewobe die Kündigung ein

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    Der „Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft“ (Pewobe) ist aufgrund der Veröffentlichung brisanter interner E-Mails fristlos gekündigt worden, wie die Berliner Tageszeitung B.Z. berichtet. Die Pewobe hatte bislang die Flüchtlingsheime in Berlin betrieben.

    „Das ist kein Bild von einem Betreiber, mit dem wir weiterhin zusammenarbeiten wollen, und nicht die Art und Weise, wie aus unserer Sicht mit Ehrenamtlichen und schon gar nicht mit den ihm anvertrauten Menschen umgegangen werden darf“, erläuterte CDU-Sozialsenator Mario Czaja die Entscheidung zur Kündigung der Pewobe.

    ​Auch wenn der Heim-Betreiber bereits mehrmals in die Kritik geraten war, bringe der jetzige Umgang mit dem E-Mail-Verkehr nun endgültig das Fass zum Überlaufen, sodass eine weitere Kooperation mit der Pewobe auf keinen Fall mehr möglich sei.

    ​Dem Anwalt der Pewobe zufolge sind die problematischen Äußerungen der Mitarbeiter komplett aus dem Kontext gerissen worden und führten zu einem völlig falschen Bild der Pewobe. So sollen beispielsweise die Enthauptungen nicht einmal ansatzweise ernst gemeint gewesen sein. Darüber hinaus soll auch das Rechtsschreibkorrekturprogramm T9 dazu geführt haben, dass teilweise absurde Wörter zusammengesetzt wurden. 

    Eine anonyme Quelle habe die E-Mail-Korrespondenz mit dem äußerst brisanten Inhalt sowohl Czaja als auch der Berliner Zeitung zukommen lassen. Letztere veröffentlichte Ausschnitte daraus. Die Leiterin des Flüchtlingsheimes in Hellersdorf Peggy M. und die Pewobe-Geschäftsführerin Birgit B. hatten demnach beispielsweise besprochen, wie man die 5.000-Euro-Spende von BMW investieren könne: Ein Sandkasten würde „bei unseren Bewohnergruppen ganz schnell ein Aschenbecher oder ein heimisches Klo“ werden, eine Kinder-Guillotine sei dagegen „mal was anderes als das Standardprogramm“. Enthauptungen würden allerdings zu viel Dreck machen, „weil es immer ein bisschen spritzt“.

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    Tags:
    Flüchtlingsheim, Migrationskrise, Mario Czaja, Berlin, Deutschland
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