06:10 21 Juli 2018
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    Ein Zoo (Symbolphoto)

    Wolhynien in Ukraine: Am Ort des Juden-Massakers entsteht jetzt ein Zoo

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    Die Behörden der westukrainischen Ortschaft Kowel im Gebiet Wolhynien legen am Ort des Massakers an Tausenden von Juden während des Zweiten Weltkrieges einen mobilen Zoo an, wie die Zeitung “Wolynskaja Gaseta” am Montag berichtet.

    Am selben Ort, so schreibt das Portal „Gordon“ mit Verweis auf den Chef der Wolhynischen Religionsgemeinschaft des progressiven Judentums, Sergej Schwardowskij, seien in den 40er-Jahren bis zu 6000 Juden erschossen worden. Noch zu Sowjetzeiten war ein Kulturpalast auf dem Gebiet des jüdischen Friedhofes in Kowel errichtet worden, später wurde eine Armeeeinheit dort stationiert. Derzeit steht das Gebiet leer.

    Dieselbe Gedenkstätte “Menora” war im September 2014 schon einmal geschändet worden. Im selben Monat hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko versprochen, er werde keine Rassendiskriminierung, keine Rückkehr des Faschismus, keine Verfolgung nach der nationalen Zugehörigkeit in seinem Land zulassen.

    Während des Zweiten Weltkrieges hatte die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) mit Unterstützung durch die deutsche Abwehr gegen die Sowjetmacht gekämpft. 1943 gründete sie die sogenannte Ukrainische Aufständische Armee (UPA). Im Februar desselben Jahres begannen die ukrainischen Nationalisten die systematische Vernichtung der polnischen Bevölkerung Wolhyniens. Ihren Höhepunkt erreichte diese Tragödie am 11. Juli 1943, als die Abteilungen der OUN-UPA rund 100 polnische Ortschaften angriffen. Etwa 100.000 Menschen fielen dem Massaker zum Opfer.

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    Tags:
    Zoo, Massaker, Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), Organisation Ukrainischer Nationalisten OUN, Petro Poroschenko, Sergej Schwardowskij, Wolhynien, Ukraine